Mietwagen in Island

Mietwagen in Island

Mittlerweile gibt es Mietwagenfirmen in Island wie Sand am Meer und Reisende haben eine große Auswahl lokal ansässiger Anbieter. Doch das Angebot allein hilft meist noch nicht weiter bei der Frage nach dem passenden Mietwagen sowie den erhältlichen Versicherungen. Es gibt ein paar Dinge, die zu beachten sind, wenn ihr Island auf eigene Faust bereist. Das wichtigste in Sachen Mietwagen auf Island habe ich auf dieser Seite einmal zusammengefasst.

Island auf eigene Faust mit dem Mietwagen bereisen

Die Wahl des richtigen Wagens hängt ganz von eurer Reisezeit und Reiseroute ab. Wollt ihr im Sommer die Ringstraße umfahren, genügt ein normaler Kleinwagen mit Zweiradantrieb völlig. Sollen auch Abstecher jenseits der Ringstraße und Schotterstraßen auf dem Programm stehen, seid ihr mit einem Standardwagen ebenso gut beraten – dann wird nur eine entsprechende Versicherung wichtiger. Im Winter, spätestens von November bis etwa März, ist ein Allradwagen eine gute Idee.

Das isländische Hochland kann im Sommer auf sogenannten F-Straßen befahren werden, hier kommt ihr mit einem regulären Auto nicht weiter. Für die Erkundung des rauen Terrains in der Mitte Islands muss man also auf alle Fälle in einen Geländewagen mit Allradantrieb investieren. Das Angebot reicht von kleinen Suzuki Jimnys bis hin zu luxuriösen Land Rovern. Die Jimnys sind günstig, aber nur für 2 Personen mit Gepäck geeignet und spielen komforttechnisch eher in der Kategorie Jugendherberge.
Ein guter Weggefährte sind Wagen des Types Dacia Duster oder Suzuki Grand Vitara.

Bevor es ab ins Hochland geht müsst ihr jedoch unbedingt den Wetterbericht und die Straßenverhältnisse bzw. die Straßenöffnungen überprüfen – ein Besuch von Road.is ist empfehlenswert. Manche Hochlandstraßen sind bis in den Sommer hinein gesperrt oder bergen reißende Flüsse, die man schwer mit einem Allrad-Wagen der kleineren Kategorie überqueren kann.

Welche Versicherung ist empfehlenswert?

Zum Thema Versicherung ist zu sagen, dass keine Versicherung Motorschäden abdecken wird, die durch Fahrten durch Flüsse entstanden sind. Eine CDW-Versicherung ist bei eigentlich allen Mietwagen inklusive und ähnelt einer Vollkaskoversicherung, die Höhe der Selbstbeteiligung variiert zwischen den Anbietern. Die SCDW-Versicherung reduziert die Höhe der Selbstbeteiligung und ist je nach deren Höhe zu empfehlen. Sehr sinnvoll ist eine Schotter-Versicherung, oder GP-Versicherung genannt.

Viele von Islands Straßen bestehen aus mehr oder weniger losem Schotter und selbst auf asphaltierten Straßen finden sich am Wegrand oft Steine diverser Größen. Es passiert häufig, dass entgegenkommende Fahrzeuge diese Steine auf das eigene Fahrzeug schleudern – das ist ärgerlich und kann in teuren Kratzern im Lack oder Steinschlägen der Frontscheibe resultieren. Nicht selten endet eine Rutschpartie auf Schotter im Straßengraben (Abb. links).

Die Sand- und Asche-Versicherung kann enorme Kosten sparen: Ein Sandsturm kann den gesamten Lack des Autos abschmirgeln! Die Gefahr ist generell am größten, wenn ihr durch den Süden und Südosten der Insel fahrt, da es hier große Sandflächen gibt. Die meisten Sand- und Aschestürme entstehen aufgrund des Windes im Frühling, Herbst und auch im Winter, wenn es länger nicht mehr geregnet hat. Eine Diebstahlversicherung (TP) braucht ihr in der Regel nicht.

Island ist nach wie vor ein teures Reiseland, und wenn ihr einen guten Preisvergleich für Mietwagen in Island sucht, einfach mal bei Guide to Iceland vorbeischauen. Hier findet ihr auch viele kleinere Anbieter und bekommt, wenn benötigt, auch deutschen Service.

Als Alternative zum Mietwagen und zum Bus bietet sich übrigens noch das in Island sehr beliebte Carpooling an, beispielsweise über Samferda.net.

Und nun wünsche ich viel Spaß bei der Planung und eine gute Zeit während der Tour!

4 thoughts on “Mietwagen in Island

  1. Hallo Achim,

    wir haben mit Begeisterung deinen Islandbericht gelesen. Mitte/Ende Juni will ich mit meiner Freundin (beide Mitte 30) versuchen Island auf einer 12-14 Tagestour zu erkunden.
    Leider sind wir uns noch nicht ganz schlüssig, wie wir das ganze angehen.

    Hast du Flug selber gebucht? Ist da Germanwings der günstigste Anbieter und von wo lohnt es sich günstig los zu fliegen?

    Wir würden gerne ein Mietauto nehmen. EInige Internetanbieter bieten so ein Komplettpaket an, wo man dann aber fest an die Orte gebunden ist.

    Würdest du sagen es ist besser den Geländewagen hier zu buchen, als vor Ort? EIn Geländewagen sollte es schon sein, oder? Manche bieten auch noch für 9€ pro Tag eine Versicherung gegen Schotterschäden an. Das ist bestimmt auch nicht ganz verkehrt.

    Wir würden halt auch gerne ein oder zwei Nächte irgendwo mitten auf dem Berg zelten. Gibt es da besonders schöne Orte, wo du sagst da lohnt es sich am Meisten?

    Geld dort lieber abheben oder hier in Deutschland bares mitnehmen? Kann man mit VISA an den meisten Orten bezahlen?

    Sorry für die vielen Fragen, aber vielleicht kannst du uns ja ein paar beantworten.

    Danke
    Mario

  2. Hi Mario, gerne will ich Dir die Fragen beantworten.

    Den Flug hatte ich selbst gebucht, ja. Germanwings war zum Zeitpunkt der Suche definitiv der günstigste Anbieter. Von Köln/Bonn ist der Flug am günstigsten.

    Auch den Mietwagen hatte ich in Eigenregie gebucht. Ich würde sehr empfehlen, den Mietwagen, egal ob 4-rad-getrieben oder 2-rad, von Deutschland aus zu buchen. Ein Geländewagen ist in jedem Fall sinnvoll, wenn man vor hat, auf Pisten zu fahren, also auf Schotterstraßen. Wie tückisch isländische Pisten sein können, weiß der Fahrer dieses Fahrzeugs zu berichten. Die zusätzliche Versicherung ist in der Tat nicht verkehrt. Je mehr man auf den Pisten fährt, desto wahrscheinlicher werden Beschädigungen von Scheiben und dem Unterboden.

    Orte zum Zelten AUF einem Berg kann ich Dir spontan nicht nennen, aber vielleicht schaust Du noch einmal auf der Karte, wo ich die Nächte verbracht hatte, um Dich zu inspirieren.

    Was das Finanzielle angeht: Beide Karten gehören mit ins Gepäck, EC-Karte und Kreditkarte. Zur ersteren ist zu sagen, dass immer mehr Banken dazu übergegangen sind, das EC-System nicht mehr zu unterstützen. Die Postbank etwa hat von EC auf Giro-Card bzw. V-Pay umgestellt. Ich musste leider feststellen, dass solche Karten in Island nahezu nutzlos sind. Also besser vergewissern, dass die Karte tatsächlich über das EC-Zeichen verfügt.

    Ich hoffe die Antworten helfen Dir bei der weiteren Reiseplanung.
    Wünsche Euch eine schöne Tour!
    Achim

  3. Hallo!
    Erstmal, toller Bericht! Ich fliege Anfang September für eine 3-wöchige Backpacking-Tour nach Island :).
    Ich hoffe du kannst mir diese beiden Fragen beantworten:
    1. Wie gut ist das Verkehrsnetz der Linienbusse ausgebaut? Ich werde nämlich darauf angewiesen sein, da ich kein Auto mieten werde und Island gerne individuell, ohne geplante Sightseeing-Bustouren erkunden möchte….
    2. Welche Erfahrungen hast du gemacht bezüglich Hostels oder AirBnB? Muss man Hostels schon weit im Voraus buchen oder genügt es 1/2 Tage vorher zu reservieren? Als Backpacker, der auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, kann ich nicht vor meiner Reise jedes kleine Detail (zeitlich und örtlich jede Übernachtung) festlegen.
    Ich würde mich über eine Antwort freuen!
    Danke!!! Und freundliche Grüße 🙂

    1. Hallo Lucie,

      unter http://www.publictransport.is/pt2019_de.pdf gibt es eine Übersicht der öffentlichen Verkehrsmittel in Island. Sehr praktisch, wie ich finde. Strætó heißt das Unternehmen, das in Island Buslinien zu allen größeren Orten betreibt, und zwar ganzjährig.

      Als Alternative zum Mietwagen und zum Bus bietet sich noch das in Island sehr beliebte Carpooling an: samferda.net

      Zu AirBnB kann ich mangels Erfahrung nichts sagen. Bislang war ich in Island in Hostels und mit dem Zelt unterwegs. Hostels habe ich, bei Ankunft am Abend, in der Regel vormittags telefonisch reserviert. Das hat immer geklappt. Lediglich die erste und auch die letzte Übernachtung habe ich mehrere Tage im voraus reserviert.

      Viel Spaß noch beim Planen!

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