Rumänien – Traumhaftes Reiseland abseits des Mainstreams

Wenn von Rumänien die Rede ist, denken die meisten direkt an den berühmt berüchtigten Graf Dracula und seine Heimat Transsilvanien. Über die übrigen Regionen des südeuropäischen Landes wird in den Medien eher wenig berichtet. Dabei ist Rumänien nicht nur eines der günstigsten europäischen Reiseländer, insbesondere dann, wenn man die Flüge zur richtigen Zeit bucht, sondern auch eines der abwechslungsreichsten.

Kenner wissen, dass Rumänien ein wahres Wanderparadies voll von Naturschönheiten ist und zudem über einige touristischen Attraktionen verfügt. Besonders das Gebiet des Donaudeltas, die atemberaubenden Transalpina und Transfogarascher Hochstraßen und die Maramures-Region sind eine Reise wert. Von damaligen Pokerhochburgen bis hin zu malerischen Hafenstädtchen und mittelalterlich anmutenden Dörfern kann man in Rumänien einiges entdecken.

Natur pur – Das Donaudelta

Donau Delta / Delta Dunării
Donau Delta / Delta Dunării, Bild von falco auf Pixabay

Das Donaudelta liegt im Südosten des Landes, an der Grenze zur Ukraine. Im Osten der Region befindet sich das Schwarze Meer. Insgesamt umfasst die Region eine Fläche von mehr als 5.000 Kilometern, wovon rund 730 Kilometer zur Ukraine gehören. Beim Donaudelta handelt es sich um eine der Regionen in Rumänien, die besonders durch ihre vielfältige Fauna und Flora begeistert. Sie ist das Zuhause für über 320 Vogelarten, 44 Säugetier- und 10 Amphibienarten und 1800 Pflanzenarten. Ein großer Teil dieser Lebewesen ist so selten und einzigartig, dass er unter Naturschutz steht.

In der Mitte des Deltas liegt der sogenannte Sulina-Arm. An ihm befinden sich viele kleine Dörfer, unter ihnen auch das namensgebende Sulina, in dessen Hafen auch internationale Schiffe anlegen. Sulina vermittelt das Gefühl einer anderen Zeit. Der Charme der Stadt liegt neben seinem maritimen Flair besonders in den alten Bauten, wie zum Beispiel dem verwitterten Leuchtturm, der im Hafen unübersehbar ist. Am Strand der kleinen Stadt tummeln sich Pelikane, Seeschwalben und Möwen. Bei einem Aufenthalt in Sulina empfiehlt es sich, die traditionelle Küche der Region auszutesten. Hierzu gehört beispielsweise die Fischsuppe, für die Wasser aus der Donau verwendet wird.

Ganz in der Nähe Sulinas liegt außerdem der am nördlichsten gelegene subtropische Wald Europas. Dieser befindet sich in Letea und wurde bereits in den 30ern zum Naturschutzgebiet erklärt. Hier findet man Waldgebiete zwischen Sanddünen, in denen eine außergewöhnliche Flora und Fauna zuhause ist. Dazu gehören Bäume wie Stieleichen, Silber-Pappeln und Silber-Linden, aber auch Raben, Falken und die bekannten Wildpferde der Region.

Constanta – Malerische Hafenstadt und früherer Geheimtipp für Pokerfans

Constanta Casino. Das verlassene Casino soll bald wieder zum Paradies für internationale Pokerfans werden.
Constanta Casino. Das verlassene Casino soll bald wieder zum Paradies für internationale Pokerfans werden. Bild von dan dumitrescu auf Pixabay

Am anderen Ende des Landes und dennoch sehr sehenswert liegt die Schwarzmeer-Hafenstadt Constanța. Sie ist heute insbesondere der Startpunkt für Ausflüge in das zweitgrößte Flussdelta Europas, das Donaudelta. Darüber hinaus ist die Stadt berühmt für das massive Casino im Art Nouveau Stil an der Strandpromenade. Es wurde 1907-1910 erbaut und entstammt einer Zeit, in der Casinos in ganz Europa zu den luxuriösesten Orten gehörten. Heute überwiegt in der Casino-Szene und besonders in der Poker-Szene das Spielen im Internet und immer mehr Pokerspieler bevorzugen die Online-Poker-Räume gegenüber den realen Live-Casinos. Auch das Casino Constanța verfällt seit seiner Schließung im Jahr 1990. Nach langem Hin und Her haben Anfang 2020 Bauarbeiten begonnen, die dem Casino wieder zu alter Größe verhelfen sollen. Möglicherweise ist es eines Tages wieder eines der wichtigsten Touristenmagneten der Stadt und Hotspot für Pokerspieler aus aller Welt.

Die Transsilvanischen Alpen entdecken

Romania Transalpina. Auf den zwei bekanntesten Hochstraßen Rumäniens bieten sich spektakuläre Panoramen.
Romania Transalpina. Auf den zwei bekanntesten Hochstraßen Rumäniens bieten sich spektakuläre Panoramen. Bild von David Mark auf Pixabay

Zwei ganz besondere Highlights der rumänischen Naturschönheiten erwarten einen in den transsilvanischen Alpen. Hierbei handelt es sich um zwei der beeindruckendsten Hochstraßen der Welt, die Transalpina und die Transfogarascher Hochstraße. Auf diesen Straßen kann man die malerischen Landschaften Rumäniens bewundern und sportlich aktiv werden. Ob die beiden Hochstraßen von Nord nach Süd oder andersherum entlang bereist werden sollten, steht den Reisenden frei. Empfohlen wird allerdings, die Transalpina-Tour im Norden und die Transfogarascher Hochstraße im Süden zu starten.

Die Transalpina

Die Transalpina ist bei den Einheimischen auch unter dem Namen „Nationalstraße 67C“ bekannt. Sie befindet sich in den transsilvanischen Alpen, die sie vom Kreis Alba in Siebenbürgen bis zum Kreis Gorj in der Kleinen Walachei durchquert. Die Hochstraße liegt in einer Höhe von maximal rund 2.140 Metern. Diesen höchsten Punkt erreicht sie im Gebirgspass Urdele. Vorher erreicht man die kleine Häusergruppe Lotrului, die sich in der Gemeinde Voineasa befindet. Die Transalpina beginnt in Sebes (Mühlbach) am Drum national 7. Insgesamt ist die Straße um die 148 Kilometer lang. Im Winter wird sie oft wegen des Wetters gesperrt, öffnet jedoch im März meist wieder. Die Straße ist vor allem bei Motorradfahrern und Mountainbikern beliebt. Sie können in atemberaubenden Höhen die ganze Schönheit der rumänischen Landschaft bewundern. Auch Wintersportfans sind hier oft anzutreffen, diese erreichen von der Straße aus den beliebten Wintersportort Ranca.

Die Transfogarascher Hochstraße

Auch die Transfogarascher Hochstraße liegt in den transsilvanischen Alpen. Sie beginnt im Arges-Tal in der großen Walachei und endet im Olt-Tal in Siebenbürgen. Dabei durchquert sie das Faragas-Gebirge und erreicht eine Höhe von über 2.000 Meter. Damit reicht sie nicht ganz an die maximale Höhe der Transalpina heran. Insgesamt ist die Hochstraße rund 117 Kilometer lang. Sie beginnt im Süden in Capatanenii Ungureni und endet kurz nach Cartisoara, nachdem sie in die Europastraße E 68 einmündet. In Capatanenii beginnt nach der Talsperre Vidraru der steile Aufstieg. Über Viadukte und durch mehrere Tunnel zieht sich die Straße weiter, bis sie zum Capra-Tal gelangt. Eine Höhe von ganzen 2.042 Metern erreicht sie dann am Paltinu in den Karpaten. Auch den längsten und höchstgelegenen Tunnel Rumäniens, den Balea-Tunnel, durchquert die Straße. Hier erreicht die Transfogarascher Straße ihren höchsten Punkt.

Vom Balea-Naturschutzgebiet geht es weiter nach Siebenbürgen. Hier befindet sich der kleine Ort Cartisoara im Kreis Sibiu. Einige Kilometer weiter endet die Hochstraße. Auf der gesamten Strecke befinden sich 830 Brücken und 27 Viadukte. Ein besonderes Highlight, welches von der Hochstraße aus erreicht werden kann, sind die Ruinen der Burg Poenari. Diese befinden sich in der Nähe der Vidraru-Talsperre, rund 200 Meter oberhalb der Hochstraße. Auch der Vidraru-Staudamm ist einen Besuch wert. Hier kann man Schiffsfahrten unternehmen, fischen und von der Staumauer aus Bungee springen.

Wie aus einer anderen Zeit – Maramures

Romania Barsana – Die einzigartige Architektur des Barsana-Klosters im Maramures-Gebiet zieht viele Touristen an.
Romania Barsana – Die einzigartige Architektur des Barsana-Klosters im Maramures-Gebiet zieht viele Touristen an. Bild von jacqueline macou auf Pixabay

Im Nordwesten Rumäniens liegt die Maramures-Region. Diese ist ein absolutes touristisches Highlight, da hier jahrhundertalte Traditionen weiterhin gepflegt werden. In Maramures fühlt man sich, als wäre man in ein anderes Zeitalter transportiert worden. Die Einwohner der Dörfer dieses Gebietes haben bis heute die Kultur, das Handwerk und die Gebräuche ihrer Vorfahren erhalten. Sie gehören bis heute zum Alltag der Dorfbewohner. In so gut wie allen Dörfern der Region befinden sich einzigartige hölzerne Kirchen mit hohen Türmen und Schindeldächern. Im Inneren der Kirchen finden sich Malereien von einheimischen Künstlern, auf denen biblische Szenen, aber auch die Landschaften der Region zu sehen sind. Die Kirchen wurden in einigen Dörfern, darunter zum Beispiel Rogoz, Surdesti, Barsana, Budesti und Plopis, sogar als UNESCO Kulturerbe anerkannt. Der besondere Baustil der Kirchen wird oft als „gotischer Stil von Maramures“ bezeichnet. Die Landschaft in Maramures setzt sich vor allem aus Bergen und Wäldern zusammen.

Mehr als 80 Prozent der Region bestehen aus Waldgebieten, weshalb Holz eine besondere Wichtigkeit für die Bewohner in Maramures hat. Ihre Häuser sind oft mit kunstvollen Holzverzierungen und Schnitzereien versehen. Zum Handwerk der Dorfeinwohner gehören außerdem die Teppichweberei und die Stickerei auf Textilien wie der traditionellen Kleidung, die noch von vielen Einheimischen getragen wird. Typisch für die Region sind außerdem die Maramures-Tore, die den Eingang zu den Häusern der Dorfbewohner bewachen. Diese bestehen aus drei Säulen und sind mit Verzierungen versehen, darunter besonders häufig Zeichen wie die Sonne oder ein verdrehtes Seil, die symbolisch für das Leben und die Ewigkeit stehen. Diese Tore findet man unter anderem in den Dörfern Desesti, Budesti und Vadu Izei. Am häufigsten sind sie allerdings in Barsana und Oncesti zu bewundern. Auch die einzigartige Flora und Fauna des Gebietes macht es zu einem absoluten Geheimtipp für den nächsten Rumänien-Urlaub.

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