Tasmanien und Fraser Island – zwei Inseln, die man bei einem Trip nach Australien unbedingt auf der Liste haben sollte

Fraser Island, von Benedikt Juerges / Shutterstock

Fraser Island, von Benedikt Juerges / Shutterstock

Bei vielen Menschen, die etwas von der Welt sehen wollen, steht Australien ganz oben auf der Liste. Terra Australis – ein Sehnsuchtsort für Globetrotter und für all jene, die sich nach dem Abi, dem Studium oder im Rahmen eines Sabbaticals eine Auszeit gönnen. Auf meiner Weltreise habe ich unter anderem auch Tasmanien und Fraser Island besucht.

Im muss gestehen: vor dem Abflug wusste ich nicht einmal, dass Tasmanien zu Australien gehört. Gut eine halbe Millionen Menschen leben auf „Tassie“, wie Tasmanien von den Australiern genannt wird. Die Insel befindet sich ungefähr 240 km südlich des australischen Festlands. Beeindruckende 40 % der Landfläche sind geschützt, das gilt insbesondere für den Westteil der Insel, wo das UNESCO-Welterbe-Schutzgebiet Tasmanische Wildnis liegt.

Tasmanien – kilometerlange, menschenleere Sandstrände und der vielleicht schönste Sonnenuntergang der Welt

Im Rahmen meiner Weltreise war Tasmanien mein erster Stopp in Australien. Ich hatte mir für eine Woche einen Mietwagen ausgeliehen, um damit die Insel zu erkunden. Es gibt zwar eine Reihe von Busunternehmen, die Tasmanien abdecken, Tassielink ist davon der größte Anbieter, allerdings verkehren die Busse nicht unbedingt häufig. Wer von Fahrplänen unabhängig sein will und auch abgelegene Gegenden ansteuern möchte, für den ist ein Mietwagen also die erste Wahl.

Mein erster Eindruck von Tasmanien war olfaktorischer Natur. Bereits beim Aussteigen aus dem Flieger in Hobart stieg mir der Duft von Eukalyptusbäumen in die Nase. In der kommenden Woche sollte mich dieser omnipräsente Duft auf Schritt und Tritt begleiten.

Hobart, 1803 ursprünglich als Sträflingskolonie gegründet, ist nach Sydney die zweitälteste Stadt Australiens. Strafversetzt, so viel ist sicher, fühlte ich mich hier allerdings nicht, sondern genau am rechten Fleck. Wer zufällig am Wochenende in Hobart Station macht, sollte sich auf keinen Fall den Straßenmarkt entgehen lassen. Der Salamanca Place, im Herzen der Stadt in Nähe des Ufers gelegen, findet seit 1972 jeden Samstag statt und lädt zum Bummeln und Stöbern ein. Wer es weniger trubelig mag, der macht vielleicht einen Ausflug und Aufstieg auf den nahegelegenen 1.271 Meter hohen Mount Wellington, von wo man den besten Blick auf die Stadt hat.

Cradle Mountain Nationalpark, von Olga Kashubin / <a href="https://www.shutterstock.com/image-photo/cradle-mountain-on-clear-day-reflected-392502694">Shutterstock</a>
Cradle Mountain Nationalpark, von Olga Kashubin / Shutterstock

Tassie ist wild, ursprünglich und in weiten Teilen menschenleer. Ein Highlight der Insel ist der Cradle-Mountain-Lake-St.-Clair-Nationalpark, in dem ich mehrere Wanderungen unternommen habe. Der Shadow Lake, wo ich eine Nacht im Zelt verbracht habe, ist im Rahmen eines sogenannten „Great Short Walks“ auf einem 4-stündigen Rundkurs zu erreichen. Startpunkt der Wanderung ist südlich des Lake St. Clair.

Der Cradle-Mountain-Lake-St.-Clair-Nationalpark hat für jeden Typ Wanderer etwas zu bieten. Es gibt kurze Wanderungen zu schönen Wasserfällen und versteckten Seen wie auch Trekking-Touren, die auf bis zu 10 Tage angelegt sind. Die 6-stündige Tour hinauf auf den Gipfel von Mound Cradle gehört wohl zu den schönsten Tageswanderungen, die ich je unternommen habe (Abb oben). Eine absolute Empfehlung meinerseits.

Wineglass Bay, von Tom Jastram / <a href="https://www.shutterstock.com/de/image-photo/relaxing-amazing-mountain-viewpoint-stunning-view-1064708306?src=e0q6y8bhwsufrVVooBI1Hw-1-6">Shutterstock</a>
Wineglass Bay, von Tom Jastram / Shutterstock

Einen nachhaltigen Eindruck haben bei mir auch die Strände Tasmaniens hinterlassen. Kilometerlange, menschenleere Sandstrände, an denen ich Sonnenuntergänge erlebt habe, die so farbenprächtig waren, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Wohl dem, der hier ein Zelt mit dabei hat, um die Natur in vollen Zügen genießen zu können. Die Wineglass Bay im Freycinet-Nationalpark (Abb oben) zählt wohl zu den am meisten fotografierten Landschaften Tasmaniens. Und auch die Bay of Fires, ein einzigartiger Küstenabschnitt im Osten und einer der schönsten Orte Tasmaniens, sollte man bei der Reiseplanung berücksichtigen.

Bay of Fires,  von Craig Milson / <a href="https://www.shutterstock.com/de/image-photo/cosy-corner-bay-fires-tasmania-australia-1209590119?src=yIF4rl7rLG8qzaEmlelwDw-1-60">Shutterstock</a>
Bay of Fires,
von Craig Milson / Shutterstock

Fraser Island – Abenteuer und Sand wohin man sieht

Nach meiner einwöchigen Campingtour auf Tassie fuhr ich über Melbourne, Sydney und Brisbane die Ostküste hinauf. Nach dem ganzen urbanen Treiben zog es mich wieder in die Natur. Im Rahmen einer 3-tägigen Tour freute ich mich riesig auf Fraser Island. Die Insel, die nur mit Geländewagen befahrbar ist, wird gerne auch als die größte Sandinsel der Welt bezeichnet. Aus der Vielzahl an Angeboten habe ich mich für eine sogenannten „Self-driving Camping-Tour“ entschieden. Die 7-köpfige Gruppe war international besetzt und die Stimmung untereinander war prächtig.

Den Wagen bis unters Dach mit Lebensmitteln und Ausrüstung vollgepackt, ging es dann nach einer Einweisung durch den Veranstalter kreuz und quer über die Insel. „Self driving“ bedeutet, dass man tatsächlich eigenverantwortlich navigiert, fährt und die Insel erkunden. Eine gewisse Teamfähigkeit ist hier also gefragt. Zahlreiche Wanderwege laden dazu ein, den Wagen auch einmal stehen zu lassen, um sich beispielsweise ein Bad in einem der kristallklaren Süßwasserseen zu genehmigen (Abb unten).

Fraser Island – Lake McKenzie, von Benedikt Juerges / <a href="https://www.shutterstock.com/de/image-photo/beautiful-pure-lake-mckenzie-fraser-island-346695623?src=BDfq8L0-SEOab6MHZWlrpQ-1-2">Shutterstock</a>
Fraser Island – Lake McKenzie, von Benedikt Juerges / Shutterstock

Der eigentliche Reiz der Tour liegt darin, das anspruchsvolle sandige Gelände mit dem 4-Rad-getriebenen Jeep zu meistern. Natürlich sind wir das ein oder andere Mal stecken geblieben. Es ging jedes mal ein Stoßgebet gen Himmel, wenn man wieder das Durchdrehen der Reifen spürt. Aber mit vereinten Kräften – Einer fährt, Einige sitzen auf der Motorhaube, der Rest schiebt – sind wir jedoch stets ohne eigene Hilfe freigekommen, was nicht jede Gruppe von sich behaupten kann. So eine Tour sollte auf keinen Fall bei einem Besuch Australiens fehlen, wie ich finde. Es macht einen Heidenspaß. Aufpassen muss man hier lediglich auf wild herum streuende Dingos, die sich nachts bis ins Camp trauen. Auch wenn sie wie Hunde aussehen, darf man diese Tiere auf keinen Fall füttern. Wer das prägnante und schallende Lachen eines Kookaburra in Australien bislang nicht gehört hat, wird auf Fraser Island auf jeden Fall Bekanntschaft damit machen. So oder so sind es unvergessliche Tage und Nächte gewesen, die ich hier verbracht habe.

Soweit meine Empfehlungen und Reisetipps. Noch ganz allgemein: für die Einreise nach Australien ist ein Visum erforderlich, das vor Reiseantritt eingeholt werden muss. Für Touristen aus Deutschland und den anderen EU-Mitgliedsländern wird seit ein paar Jahren das kostenlose eVisitor Visum angeboten. Das Visum ist 12 Monate gültig und berechtigt innerhalb dieses einen Jahres zu beliebig vielen Aufenthalten in Australien von jeweils maximal drei Monaten. Wer länger in Australien bleiben möchte und während des Aufenthaltes möglicherweise auch arbeiten will, benötigt hierfür das sogenannte und kostenpflichtige Work & Travel Visum. Weitere Infos hinerzu gibt es auch unter dem folgenden Link: Visa Australien online beantragen

Wer zudem vor hat in Australien ein Auto zu mieten, sollte sich vor Reiseantritt noch einen internationalen Führerschein beim jeweiligen Einwohnermeldeamt oder Bürgeramt besorgen. Und nun wünsche ich noch viel Spaß bei der weiteren Reiseplanung.

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