Das Großarltal, oft liebevoll als „Tal der Almen“ bezeichnet, ist ein malerisches Hochtal im österreichischen Bundesland Salzburg. Rund 70 Kilometer südlich der Stadt Salzburg gelegen, erstreckt es sich über etwa 27 Kilometer und bildet einen Ausläufer der Radstädter Tauern. Seine beiden Hauptorte Großarl und Hüttschlag liegen eingebettet zwischen steilen Bergflanken und sanften Almwiesen, am Eingang zum Nationalpark Hohe Tauern.
In diesem Beitrag stelle ich drei Wanderungen und Bergtouren vor, die wir Anfang August unternommen haben – mit dabei war unsere Mischlingshündin.
Die Landschaft im Großarltal ist geprägt von einer außergewöhnlichen Vielfalt: klare Bergbäche, weitläufige Almen, schroffe Gipfel wie der Gamskarkogel und der Schuhflicker sowie tiefe Schluchten wie die Liechtensteinklamm. Im Sommer lockt das Tal Wanderer, Bergsteiger und Mountainbiker gleichermaßen. Auf rund 40 bewirtschafteten Hütten werden regionale Spezialitäten wie Almkäse, Speck und frisch gebackenes Bauernbrot serviert. Die 140 Kilometer markierter Mountainbike-Strecken und zahlreiche familienfreundliche Freizeitangebote machen das Großarltal zu einer idealen Destination für Aktivurlauber.
360-Grad-Panorama Großartal
Was das Großarltal besonders auszeichnet, ist die Verbindung aus intakter Natur, gelebter Almwirtschaft und einem entschleunigenden Lebensrhythmus. Hier findet man nicht nur Erholung, sondern auch Inspiration – sei es in der klaren Bergluft, in der Ursprünglichkeit der Landschaft oder in der handwerklichen Qualität regionaler Produkte. Für Besucher, die Wert auf Authentizität, Naturverbundenheit und eine unverfälschte alpine Kultur legen, ist das Großarltal ein wahres Juwel.
Alle hier beschriebenen Touren sind sehr gut für mittelgroße/große sportlich aktive Hunde machbar. Das Wohl des Tieres liegt mir sehr am Herzen. Es geht mir nicht um Leistung, sondern um Genuss beim Wandern. Auf den betreffenden Wanderparkplätzen fallen keine Gebühren an. Die Wanderungen im Detail.
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Wanderung: Über den Trögseekamm aufs Gründegg (2.168m)

Die Wanderung auf das Gründegg zählt zu den schönsten Touren im Ellmautal, einem ruhigen Seitental des Großarltals. Der Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz Grundlehen am Talende – gut erreichbar mit Auto oder Wanderbus.
Start: Der Weg führt zunächst durch schattigen Wald und später über weite Almwiesen Richtung Ellmaualm. Das Gelände ist zu Beginn moderat steil, der Pfad gut ausgeschildert und angenehm zu gehen. Nach etwa 1,5h erreicht man die bewirtschaftete Ellmaualm (1.794m) – ideal für eine erste Rast. Hier gibt’s regionale Almprodukte und herrliche Ausblicke auf die umliegenden Gipfel.
Der weitere Aufstieg auf Weg Nr. 64 bringt dich zu den Trögseen, kleinen Hochmoorseen – ein echter Geheimtipp für Fotografie und stille Naturbeobachtung. Über Almwiesen und Latschen erreichst du nach insgesamt etwa 2,5 bis 3h das Gipfelkreuz des Gründegg (2.168m). Der Ausblick reicht weit: Von den Hohen Tauern bis zum Hochkönig sowie zum Tennengebirge. Ideal für eine Gipfelbrotzeit!
Zurück zum Start der Wanderung geht es über die Weißalm (1.723m, bewirtschaftet) und von dort auf Weg Nr. 61/62 zurück zum Parkplatz (zusätzlich etwa 1,5h Abstieg).
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Wanderung: Aualm – Schuhflicker (2.214m) – Schuhflickersee

Die Wanderung vom Parkplatz Aualmweg über die Aualm zum Schuhflicker und weiter zum idyllischen Schuhflickersee ist eine abwechslungsreiche und aussichtsreiche Tour im Großarltal. Sie kombiniert alpine Gipfelerlebnisse mit naturnahen Bergseen sowie authentischem Almflair.
Start: Die Tour beginnt am gut erreichbaren Parkplatz Aualmweg (1.409m). Von hier aus folgt man zunächst dem Forstweg und dann dem markierten Wanderweg Nr. 34B bergwärts, mit der Aualm als erstes Etappenziel. Die Aualm (1.795 m) ist eine bewirtschaftete Alm mit gemütlicher Hütte, die regionale Spezialitäten wie frischen Almkäse, Brot und Butter anbietet – ideal zur ersten Stärkung vor dem weiteren Aufstieg. Über einen sanft ansteigenden Pfad erreicht man zunächst den Liechtensteinkopf (1.926 m), gefolgt vom Aukopf (2.096 m) mit Wetterkreuz. Hier bieten sich bereits erste großartige Panoramablicke auf das Großarltal.
Der letzte Abschnitt führt durch teils felsiges Terrain mit gesicherten Passagen zum Gipfel des Schuhflickers (2.214 m), einem der drei markanten Kalkberge des Großarltals. Die Gipfelbesteigung erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Vom Gipfel aus genießt man einen spektakulären Rundumblick, bei klarer Sicht reicht die Aussicht bis zum Großglockner.
Vom Gipfel geht es ein kurzes Stück bergab zum Schuhflickersee, einem kleinen, naturbelassenen Bergsee ohne Zu- oder Abfluss. Der See ist von besonderer Flora und Fauna umgeben und lädt an heißen Tagen zur Erfrischung ein. Der Rückweg führt über einen landschaftlich reizvollen Pfad, vorbei an Pferden und Kühen zurück zur Aualm, wo noch einmal gemütliche Einkehr und regionale Küche warten. Von dort geht es zurück zum Parkplatz.
Noch der Hinweis. Die Wanderung lässt sich auch auf zweieinhalb Stunden verkürzen, indem man die Mautschranke passiert und das Auto direkt an der Aualm parkt. Allerdings sind die Stellplätze begrenzt.
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Wanderung: Parkplatz Talschuss – Ötzlsee – Schrödersee

Das Wandererlebnis vom Parkplatz Talschluss Hüttschlag zum Ötzlsee und weiter zum Schrödersee ist eine eindrucksvolle Talwanderung im hintersten Großarltal, die landschaftliche Ursprünglichkeit, alpine Wasserlandschaften und spannende Naturphänomene miteinander verbindet.
Du startest beim Parkplatz am Gasthof Talwirt im Talschluss von Hüttschlag. Von hier führt der Weg zuerst eben und kinderwagentauglich vorbei an gepflegten Bauernhöfen, blühenden Auwiesen und den majestätischen Felsflanken des Nationalparks Hohe Tauern. Bereits nach wenigen Minuten erreichst du die Natur-Kneippanlage und eine öffentliche Grillstelle – ideal für kleine Pausen. Ein kurzer, beschilderter Stichweg leitet dich zum Ötzlsee, einem idyllischen Bergsee inmitten der Auen. Hier laden der See selbst und eine kleine, nicht bewirtschaftete Hütte zum Verweilen ein.
Gut gestärkt wanderst du nun weiter, der Talsohle folgend. Ab dem Ötzlsee verändert sich das Gelände: Der Weg wird schmaler, folgt dem wilden Lauf des Gebirgsbachs und windet sich durch eine ursprüngliche Felslandschaft. Besonders nach der Schneeschmelze ist der Pfad oft feucht und erfordert Trittsicherheit, bleibt aber stets als markierter Wanderweg ausgeschildert. Du gehst durch urige Wälder, vorbei an immer neuen Ausblicken auf tosende Wasserfälle, bis du nach rund 5 bis 6km den Schrödersee erreichst.
Der Schrödersee selbst ist ein periodischer Bergsee – gespeist von Regen und Schmelzwasser, manchmal nur wenige Monate im Jahr in voller beeindruckender Größe sichtbar. Bei unserer Wanderung Anfang August hatte der See kein Wasser geführt, abgesehen von einem kleinen Rinnsal. Er liegt eingebettet zwischen steilen Felswänden und ist ein echter Geheimtipp für Fotografie und stille Naturbeobachtung. Seine Besonderheit: Der See „entleert“ sich teilweise unterirdisch – ein einmaliges Naturphänomen im Alpenraum.
Nach einer entspannten Rast wanderst du auf dem gleichen Weg zurück zum Talwirt, wo regionale Köstlichkeiten und hausgemachter Speck eine würdige Abrundung der Tour bieten.

































