Startseite  

Chile & Argentinien (3)

Ein Grund - um genau zu sein der Grund - für meine Chilereise stand aber noch auf dem Programm...

Torres del Paine National Park

Torres del PaineTorres del Paine – Diese drei Worte sind seit mindestens einem Jahr in meinem Kopf. Genauso wie "Yellowstone" oder "Grand Canyon" für die USA stehen, ist dieser Park das Aushängeschild für Outdoor & Adventure in Chile. Der Unterschied ist nur, im Torres-Park gibt es nicht so viele Parkplätze, also auch kaum "Kurz-aus-dem-Auto-steig-Touris", dafür abereine ebenso spektakuläre Landschaft, die unbedingt erwandert werden will..

6-tägige Wanderung durch Torres del Paine

Den Rucksack auf das Nötigste reduziert und mit Verpflegung für mind. 6 Tage ausgestattet ging es dann die letzten 120 km von Puerto Natales hinein in den Park. Ich hatte mir Kartenmaterial besorgt und wollte bestimmte Wanderwege gehen, immer vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Insgesamt bin ich in den 6 Tagen ca. 80 km gelaufen und habe eine fantastische Sicht auf die einzigartige Bergwelt und den Grey Gletscher genossen aber genauso kann ich von viel Regen und Schnee in höheren Lagen berichten. Zu jeder Jahreszeit ist also warme Kleidung angesagt. Mit unter habe ich mich doch stark an meine alte Bundeswehrzeit erinnert gefühlt. Nasse Füsse, fast ebenso viele Blasen an den Füssen wie Zehen, ein leerer Magen.

Grey GletscherAber alles das ist in dem Moment vergessen, in dem man freien Blick auf die bis zu 3.200 m hohen, schneebedeckten Gipfel und auf die zahlreichen Gletscher und tiefblauen Seen genießt. Unweigerlich kam mir an einer Stelle, früh am Morgen Beethoven`s Neunte in den Sinn. Einfach majestätisch! Und dieser Wind hier! Keine steife Nordseebrise kann es mit diesem omnipräsenten sturmartigen Naturspektakel aufnehmen. Ein Wunder das mein Zelt überlebt hat! Das Wetter ändert sich hier binnen Minuten. Eben noch spaziert man gemühtlich im Sonnenschein und macht ein paar Fotos und 5 Minuten später wird man von einem gewaltig anrauschenden Sturmsystem gejagt. Diese Erfahrunen in der Natur, die bizarre Bergkulisse und die schönen Begegnungen unter Gleichgesinnten schreien jedenfalls nach mehr. Irgendwann werde ich einmal hierher zurückkehren (müssen). Ein Ort, der mich gefangen nahm.

Punta Arenas

Punta ArenasIn Punta Arenas habe ich schließlich die "Magellan Strasse" erreicht. Hier ist also Fernando de Magallanes 1520 "vorbeigeschippert". Diese Stadt liegt auf dem 53. Breitengrad (südlich) und ist trotz seiner Abgelegenheit überraschend modern und sehr westlich geprägt. Per Schiff gings auf die Isla Magdalena gefahren. Durchlöchert wie ein schweizer Käse wird dieses sogenannte "Natur Monument" von sage und schreibe 50.000 Exemplaren der Magellan Pinguine bewohnt, die ihre kleinen Höhlen in den Boden graben.

Isla MagdalenaLeider war der Aufenthalt auf der Insel auf 1 Stunde begrenzt, was eine eingehende Beobachtung unmöglich macht. So musste ich mich mit ein paar schönen Fotos von einer einzigartigen Tierwelt begnügen. Wenn man so die lustig watschelnden kleinen Gesellen anschaut und die Kulisse auf sich wirken läßt realisiert man, dass dies keine Fernsehdokumentation über einen fernen Ort ist sondern hier und jetzt vor deinen Augen passiert.




Ushuaia - Feuerland

UshuaiaAm 21. Dezember bin ich schließlich, völlig unplanmäßig, aber exakt zur Sommersonnenwende in Ushuaia , der südlichsten Stadt der Welt eingetroffen. Schön, wenn der Zufall Reiseführer spielen darf. Nun war ich also in Feuerland und leider hatte ich nicht mehr als 2 Tage im Gepäck, denn der nächste Flugtermin stand schon fest. Hier rächt sich also meine "Trödelei". Na ja, nicht wirklich, jeder Tag war gut "angelegt".

Ushuaia HafenUshuaia ist umgeben von Bergen und der wichtigste Hafen für alle Schiffe, die ins ewige Eis aufbrechen. Mit einem Seemann habe ich kurz gesprochen. Als er das Ziel für die 2-wöchige Reise aussprach ging mir ein kleiner Schauer über den Rücken - ANTARCTICA - . Ich hatte sogar geholfen die Leinen zu lösen und dann hörte man das dröhnende Tuten, dass von den umliegendnen Bergen zurückgeworfen wurde. Ein bisschen bin ich mitgefahren...

UshuaiaWeihnachten verbrachte ich in Buenos Aires. Völlig unangemessen waren draußen über 30 Grad und die Stadt brodelte in ihren Autoabgasen vor sich hin. Die Unterschiede zwischen dem südlichen Patagonien und dieser heißen Metropole sind schon enorm! Tipps zu dieser Stadt kann ich euch leider keine geben. Sorry, bin eben eher ein Naturbursche!

FeuerlandEs ist als ob ich, vor allem was Chile betrifft, ein Land voller Freunde zurück lasse. Gibt es etwas Schöneres, das man von einer Reise erwarten kann? Genau diese Begegnungen mit den Menschen sind in meinen Berichten zu kurz gekommen, aber ich kann Euch versichern, sie wiegen genau so schwer, wie die ausgiebigen Wanderungen in der ursprünglichen und einzigartigen Landschaft Patagoniens. All die anderen Rucksacktouristen aus den verschiedenen Ländern, die Aufgeschlossenheit der Chilenen, all´ das wird ein wenig Zeit brauchen, um sich in meinem Kopf zu setzen.

Kurzinfo Chile (meine Tour)
Reisezeit: Ende Oktober - Ende Dezember
Temperaturskala: Nachts 20 bis -5 Grad, Tag 5-28 Grad
Reisedauer: 2 Monate, genug für meine Route
Verlauf: Santiago > Richtung Süden entlang der Anden > nach Feuerland, Ushuaia
Empfehlung: Torres del Paine, Pucon, Isla Magdalena(Pinguinkolonie)
Preisniveau: niedrig
Unterkunft = ca.3-8 EUR
Internet 1 Std. = 2 EUR
1l bier = 1,5 EUR
Eintrittsgebühr Torres del Paine = 19 EUR

Reiselandwertung:

Kurzinfo Argentinien (meine Tour)
Reisezeit: Mitte November - Ende Dezember
Temperaturskala: Nachts 15 bis 0 Grad, Tag 10-30 Grad
Reisedauer: 2 Monate, genug für meine Route
Verlauf: Richtung Süden entlang der Anden > nach Feuerland, Ushuaia
Empfehlung: Perito Moreno, Ushuaia
Preisniveau: moderat
Unterkunft = ca. 8-20 EUR
Internet 1 Std. = 2 EUR
Reiselandwertung:




Reiselinks:


chileaustral.com
Chileinfo
goChile
Chiletour
Detailierte Karten von Chile