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Chile & Argentinien (2)

Über Chiloe entlang der "Camino Austral"

PuyehueNach fast 4 Monaten auf Reisen mussten dann meine Wanderschuhe dran glauben. Sagen wir mal der Zustand war nicht mehr länger tragbar, es sei denn man ist seit 40 Jahren Kettenraucher und hat somit den Geruchssinn völlig verloren. (oder wegen sonstiger nasaler Erkrankung)

Puerto Montt, das Tor zum Süden von Patagonien. Viele Touristen werden hier eine 4-tägige Schiffsfahrt durch Fjordlanschaften antreten. Ich habe mich allerdings für den Landweg, durch Chile und Argentinien entschieden.

Castro ChileoÜber Castro auf Chiloé ging es per Fähre in den wilden Süden von Chile. Reisen ist wesentlich schwieriger hier unten, das gilt besonders für die Nebensaison. So gibt es auf der sogenannten "Camino Austral", die einzige (unasphaltierte) Strasse, die den Süden Patagoniens mit dem Norden Chiles verbindet, nur einen Bus pro Woche und wenn man den nicht erwischt...

CoihaiqueIch bin das Wagnis, den Süden auf dem Landweg zu bereisen, dennoch eingegangen und wurde mit einem tollen Aufenthalt in Coihaique dafür belohnt. Die Stadt ist die vielleicht am schönsten gelegene in Chile. Das Stadtbild wird von einer gewaltigen Bergkulisse geprägt, die ich bei einer wundervollen 2-tägigen Wanderung auf einen der umliegenden Berge (1361m) schätzen gelernt habe .

Von hier aus bin ich das zweite mal nach Argentinien gefahren, mit dem Ziel El Calafate. Theoretisch liegen nur 600 km zwischen den Städten. Fakt ist allerdings, dass ein Umweg bis an die argentinische Atlantikküste nötig war und somit eine Fahrzeit von 30 Stunden durch eintönige Pampa enstanden ist.

Es gab aber einen Grund, warum ich unbedingt nach El Calafate wollte. Ich wollte den Perito Moreno Gletscher sehen.


Perito Moreno

Perito Moreno GletscherEiner der wenigen Gletscher auf dieser Erde, die immer noch wachsen. Zweifelos einer der Höhepunkte meiner Weltreise! Ich habe mich einer geführten Tour angeschlossen. Kostenpunkt ca. 35 EUR. Schon der Weg dorthin war gespickt mit highlights. Wann sieht man schonmal Kondore über sich kreisen und Flamingos im See nach Nahrung fischen. Nicht direkt fischen, sie filtern das Wasser nach Algen und Kleinkrebsen, die soviel Karotin enthalten, dass sich dieser Farbstoff in den Federn der Flamingos absetzt.

Torres del PaineAb und zu flizzen "Nandus" durch die Gegend - eine dem Vogelstrauß verwandte Gattung. Na ja, aber das war ja eigentlich nur das Vorspiel. Wenn man dann vor der 60 Meter hohen, 4 Kilometer breiten und blau schimmernden Gletscherfront steht ist man schier sprachlos. Als ob der Anblick alleine nicht ausreichen würde, wird dieser noch von bombenartigen Einschlägen der abbrechenden Eisstücke (manchmal haushoch!) akkustisch untermalt. Was soll ich sagen...
Ich werde den Tag so schnell nicht vergessen.