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Bali

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Bali

In keinem anderen Land habe ich bislang so viele lächelnde Gesichter gesehen. Von den knapp 3,5 Millionen Balinesen haben mich bestimmt die Hälfte mit „Hello!“ gegrüßt. So kam es mir jedenfalls so vor.

baliBali. Hier kann man ohne weiteres eine halbe Stunde am Schalter einer Bank verbringen, weil die Leute das Geld in Plastiktüten aufs Konto einzahlen. Ebenso lange stand ich in einem Supermarkt an der Kasse, obwohl nur 5 Personen vor mir standen die alle artig gewartet haben. Es ist mir bis heute ein Rätsel, was genau die beiden Kassiererinnen da getrieben hatten.

Wer glaubt, in Bali 14 Tage in einem Hotel-Komplex verbringen zu müssen, weil es nicht anders ginge, der hat zu viele Neckermann-Kataloge geblättert. Natürlich kann man diese Insel Indonesien auch auf andere Weise entdecken. Für alle, die sich darauf einlassen möchten, will ich gerne der Reiseführer sein, der zu einer abwechslungsreichen Tour entlang Balis Küste und hinauf zu aktiven Vulkanen und heiligen Tempeln einlädt.

Neun Breitengrade südlich des Äquators bedeutet was? Richtig, es ist heiß. Australien war dagegen angenehm. Auf dem Flughafenlandefeld angekommen scheint einen die förmlich Luft anzugrabschen. Ohne Wind läuft einem nach kurzer Zeit der Schweiß. Tatsächlich habe ich gleich bei meiner Ankunft einen Einheimischen in einer Daunenjacke rumlaufen sehen! Ich war geschockt. Die 27 Grad Außentemperatur in der Nacht waren ihm offensichtlich zu frisch.

Wirrwarr in Denpasar

DenpasarIn Denpasar gesellt sich zu der Hitze ein Duftgemisch aus anregend appetitlich bis umwerfend bestialisch. Die Straßen sind ein Strom aus miefigen und knatternden Mopeds, Lastwagen und Autos. Jede einem sich bietende Lücke muss man beherzt zum Überqueren der Straße nutzen, ansonsten wartet man und wartet. Auf den Märkten ist bis in die Nacht der Teufel los und das Feilschen mit den Händlern ist für den Geübten eine wahre Freude (nur keine falsche Zurückhaltung!). Die Bürgersteige beherbergen eine Etage tiefer die Kanalisation und es liegen so viele Stellen offen, dass ich mich gefragt habe wieviele „Hans-guck-in-die-Luft-“ wohl schon von der Stadt verschluckt worden sind. Wer die Herausforderung sucht, kann ein oder zwei Nächte bleiben, mehr sollten es meiner Meinung nach nicht sein.

Danau-BratanWeiter ging es in Richtung Norden. Nach einer Stunde beengter Fahrt in einem „Bemo“ bin ich in Danau Bratan angekommen. Mit Hilfe der Kleinbusse lässt sich jede Stelle Balis ansteuern. Für die Einheimischen ist es das bevorzugte Fortbewegungsmittel. Auch Hühner und andere Haustüre reisen mit. So bekommt man als Rucksackreisender den direkten Kontakt zu den Balinesen. In Danau Bratan war ich dann wirklich überrascht, dass ich hier meinen Fleece-Pullover auspacken musste, denn die Gebirgsluft – 1.500 m über dem Meeresspiegel – war deutlich zu spüren, jedoch mehr als angenehm.

Der hier befindliche Tempel liegt direkt am See und in dem Restaurant der Anlage kann man ein Buffet für umgerechnet 5 EUR genießen. Apropos, auf Bali gibt es, so sagt man, mehr Tempel als Häuser. Ganz einfach deshalb, weil jedes Wohnhaus über einen kleinen extra Tempel verfügt. Hinzu kommen dann noch die großen, separaten Tempelanlagen. Im Gegensatz zum Rest Indonesiens sind die Balinesen überwiegend Hindus. Man stolpert ständig über kleine, auf dem Bürgersteig liegende Opfergaben, die vor jedem Haus in ein aus Gras geflochtenes Näpfchen ausgelegt werden.

Boote am Strand von LovinaAus den Höhenlagen Danau Bratans führte mich meine Reise weiter nach Lovina. Lovina liegt an der Nordküste und ist ein prima Ausgangspunkt für Tagestouren. Für 4 EUR am Tag kann man z.B. mit einem Moped die treppenförmig ansteigenden Reisfelder hinauf in die Berge fahren oder die Nordküste bis zum westlichsten Punkt abklappern. Ein zwei Restaurants, hier und da ein Internet-Cafe und ein netter Strand machen den Ort zu einer angenehmen Station auf jeder Reise.

Streckenverlauf – Bali

Tauchen auf Bali

Menjangan-tauchenFür Taucher bieten sich auf Bali sehr gute Möglichkeiten. Drei verschiedene Orten kann ich aufgrund eigener Erfahrung empfehlen.

1. Die Insel Menjangan
2. das Schiffswrack „Liberty“
3. Amed bzw Jemeluk an der Ostküste

MenjanganZwei Tauchgänge kosten ca. 45-50 EUR und sowohl die Ausrüstung als auch das Personal sind – so habe ich es erlebt – auf dem neusten Stand. Alle genannten Tauchgebiete sind klasse. Es gibt Rochen, Moränen, Fächerkorallen, riesige Fischschwärme und viel viel mehr in großer Anzahl und in verschwenderischer Form und Farbe. Hin und wieder trifft man allerdings auch auf ein beschädigtes Riff, das touristisch sprichwörtlich ausgeschlachtet wurde. Als Taucher sieht man das natürlich nicht gerne.

Ein absolutes Highlight ist die sogenannte Doppel-Caldera des Gunung Batur. Ein äußerer Kraterrand mit einem Durchmesser von 18 km umschließt den inneren Krater des zu meiner Reisezeit sehr aktiven Batur-Gipfels. Die Landschaft ist spektakulär und wirkt durch die gelegentlichen Ausbrüchen des Vulkans noch dramatischer. In meiner Gegenwart spuckte der Berg 4 mal Steine und Geröll aus, die in einer 300-400 Meter hohen Staubwolke aufgestiegen sind. Wirklich sehr beeindruckend.

Gunung Batur, VulkanausbruchWenn man hier in der Nähe in einer Pension absteigt, wird der Besitzer einen fragen, ob man eine Wanderung hoch zum Gipfel des Gunung Batur unternehmen möchte. Selbstverständlich kostet die geführte Tour Geld. Die Wanderung ist sehr beliebt bei den Touristen und da der Weg einfach ist, lässt sich schnell gutes Geld verdienen. Man kann die Wanderung hoch zum Gipfel durchaus auch ohne Guide unternehmen. Man muss halt nur wissen, wo der Wanderweg verläuft. Anspruchsvoll oder gar schwierig ist der Aufstieg nämlich keinesfalls. Mein Tipp. Früh morgens so zwischen 4.00 und 5.00 Uhr gehen zahlreiche Wanderkarawanen noch im Dunkeln durch die Straßen. Einfach hinten anschließen. Das merkt kein Bergführer. Oben schließlich am Gipfel zur Sonnenaufgangszeit haben sich 50–60 Leute angesammelt. Wenn man eine ruhige Ecke gefunden hat, ist es wirklich schön. In jedem Fall ist der Aufstieg lohnenswert.

Neuseeland (2)

Bay-of-Islands

Neuseeland (2)

Per Anhalter durch Neuseeland – eine wunderbare Art, das Land, seine Natur und seine Menschen kennen zu lernen.

RotoruaAls ich von der Bay of Islands wieder Richtung Süden gestartet bin, traf ich unterwegs Tobi und Sarah, die auf ihrem Heimweg nach Auckland gewesen sind. Eigentlich wollte ich an diesem Tag so schnell wie möglich durch Auckland durch fahren, 300 km weiter Richtung Rotorua im Süden. Sie kamen gerade vom Strand und als ich ihnen erzählte, dass ich mir die thermischen Quellen und die Geysire dort anschauen wollte, sagten sie: „Hey, wir fahren dich dort hin und kommen mit!“ Dann sind wir am Nachmittag zu dritt dort hin gefahren und haben uns gemeinsam die Gegend angeschaut. Ihre beiden Hunde waren immer mit dabei. Genau dass ist es, was ich beim Reisen so schätze. Das Spontane, das Unvorhersehbare und die Flexibilität. Wer trampt, kennt derlei Geschichten sicherlich.

Wandern im Tongariro Nationalpark

TongariroDer Tongariro Nationalpark – meine nächste Etappe könnte man als „Island in kompakter Form“ bezeichnen. Die 4-tägige Wanderung (Nothern Circuit) dort gehört zu den schönsten, die ich bis jetzt gemacht habe. Der sogenannte „Tongariro Crossing“ ist Neuseelands populärste und spektakulärste Tageswanderung und war ein Teil meiner Rundwanderung.

TongariroDiese Tageswanderung ist einfach unglaublich populär, sodass hier ziemlich viele Menschen unterwegs sind. Nicht wenige von ihnen tragen Jeans, einige sogar Flip-Flops, was man kaum als geeignetes Schuhwerk in dieser Gegend bezeichnen darf. Abseits der Trampelpfade hat man jedoch genug Raum, um ein Fleckchen für sich zu finden. Es gibt zahlreiche Hütten im Park, die man in Form eines Rundwegs ansteuern kann. Basislager und Ausgangsort, bevor man den Nationalpark betritt, ist Turangi. Hier haben sich mittlerweile einige Hostels auf die Touristenströme eingerichtet.

Von Wellington auf die Südinsel

schafeVon Neuseelands Hauptstadt Wellington bin ich dann per Schiff auf die Südinsel über gesetzt. Die Fahrt mit dem Schiff ist eine schöne Abwechslung. Auch für die Südinsel hatte ich mir einige Wandertouren zurechtgelegt, die ich machen wollte. Erst bin ich wieder einmal über die Dörfer gezogen und war unter anderem in Kaikoura. Der Name bedeutet aus dem Maori übersetzt „Hummer essen“, denn genau diesen gibt es zahlreich hier.

Seelöwen bei KaikouraGeplant war, hier eigentlich mit Delphinen zu schwimmen, was einige Anbieter in ihrem Programm haben, oder auf Whalewatching zu gehen. Für beides ist Kaikoura über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden ist, doch als ich den Preis für die 2-stündigen Touren gesehen habe, habe ich es dann doch sein lassen. 45 EUR kostete der Spaß. Ein Alternativprogramm musste her. Die Seelöwenkolonie, die ich dann bei einer Tageswanderung gesehen habe, war „gratis“ und trotzdem schön, oder gerade deshalb. Bis auf 2 Meter kommt man an die Kolosse heran, auch wenn diese durch ihre rülpsartigen Laute einen wissen lassen, dass man eher unbeliebt bei ihnen ist und tunlichst Abstand halten möge.

Begegnungen mit den Keas am Arthurs Pass

Ein weiteres wahrhaft animalisches Erlebnis hatte ich dann im Arthurs Pass National Park (180 Grad-Panorama-Bild). Der Höhepunkt bei der 4-tägigen Wanderung in dem Park war der Aufenthalt in der entlegenen Berghütte namens „Barker Hut“ auf 1.550 m. Nicht nur die Gletscher, die ringsherum von den Bergen herabhingen und die Tatsache, dass ich der einzige Wanderer in dieser Hütte seit 2 Wochen war, machten diesen Abend zu einem besonderen, unvergesslichen Erlebnis, sondern vor allem wegen der in Neuseeland berühmt berüchtigten Keas, einer Papagaienart, die zu dritt auf dem Dach meiner Ankunft erwarteten.

Ein Kea knabbert am SchuhKeas sind zwar nicht so farbenprächtig, wie ihre Artgenossen im tropischen Regenwald, aber in Sachen Spieltrieb sind sie die Könige. Ich saß vielleicht 2 Minuten auf dem Boden, bis der erste der Banditen damit anfing, an meinen Schnürsenkeln zu zerren, während er AUF meinem Schuh stand! Es handelte sich wohlgemerkt um frei lebende Vögel.

KeasDann kamen auch schon seine Kameraden und probierten einen Happen von meinen Schuhsohlen zu ergattern. Ich war umzingelt! Das Spiel hätte ewig so weiter gehen können. Auf einem Stock, den ich in die Luft hielt, sind sie draufgesprungen und machten zirkusreife Nummern. Nichts ist vor ihnen sicher. Autofahrer hassen sie, da sie sämtliche Fensterdichtungen binnen Minuten in Luft auflösen können. Ich hatte jedoch einen Heidenspaß an den Viechern und bewundere sie dafür, dass sie den halben Tag mit Spielen verbringen. Mir ist kein anderes Tier bekannt, dass derart neugierig seine Umwelt erkundet.

ParaglidingIn Wanaka habe ich dann das Fliegen per Paraglide-Schirm gelernt. Die Gegend ist optimal für diesen Sport und schon vor meiner Ankunft hatte ich mir Infos besorgt. Ich bin schließlich eine Woche geblieben und konnte schon am 4. Tag zusammen mit anderen von einem 750 m hohen Berg starten. Es war einmalig. Ein Linkskurve machen, sich mit dem ganzen Körper auf die linke Seite verlagern und 300 m unter sich die Bäume und das Gras sehen. Wahnsinn!!!

Chile & Argentinien (3) – Patagonien und Feuerland

Torres del Paine

Chile & Argentinien (3) – Patagonien und Feuerland

Torres del Paine Nationalpark

Torres del PaineTorres del Paine – Diese drei Worte waren schon mindestens ein Jahr vor Beginn der Weltreise in meinem Kopf. Ebenso wie „Yellowstone“ oder „Grand Canyon“ für die USA stehen, ist dieser Park das Aushängeschild für Outdoor & Adventure in Chile. Der Unterschied ist nur: im Torres-Park gibt es kaum „Kurz-aus-dem-Auto-steig-Touris“, dafür aber eine unvergleichlich-spektakuläre Landschaft, die unbedingt erwandert werden will. Südamerika, wie es schöner, zum Teil aber auch rauer nicht sein kann.

6-tägige Wanderung durch Torres del Paine

Torres Del PaineDen Rucksack auf das Nötigste reduziert und mit Verpflegung für mind. 6 Tage ausgestattet ging es von Puerto Natales die letzten 120 km  hinein in den Park. Ich hatte mir Kartenmaterial besorgt und wollte bestimmte Wanderwege gehen, immer vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Insgesamt bin ich in den 6 Tagen ca. 80 km gelaufen und habe eine fantastische Sicht auf die einzigartige Bergwelt und den Grey Gletscher genossen aber genauso kann ich von viel Regen und Schnee in höheren Lagen berichten. Die zum Teil widrigen Wetterbedingen ist es zu verdanken, dass ich die „Cuernos des Paine“ – das markante Wahrzeichen des Parks – nur vom Fuß des Bergmassivs bestaunen konnte. Ein Aufstieg zu Camp Italiano oder gar zum Camp Britanico wäre ein zu großer Kraftakt gewesen. Es ist gut, seine Grenzen zu kennen. Die Wanderung soll ja auch Spaß machen.

In jedem Fall ist im Park warme Kleidung angesagt, zu jeder Jahreszeit! Mit unter habe ich mich doch stark an meine Bundeswehrzeit erinnert gefühlt. Nasse Füße, an denen ich mir Blasen gelaufen hatte und ein ständig knurrender Magen. All das ist in dem Moment vergessen, in dem man freien Blick auf die bis zu 3.200 m hohen, schneebedeckten Gipfel und auf die zahlreichen Gletscher und tiefblauen Seen genießt.

Grey GletscherUnweigerlich kam mir an einer Stelle, früh am Morgen, Beethoven`s Neunte in den Sinn. Einfach majestätisch. Und dieser Wind hier! Keine steife Nordseebrise kann es mit diesem omnipräsenten, sturmartigen Naturspektakel aufnehmen. Ein Wunder, dass mein Zelt überlebt hat. In dem Sturm flatterte es derart laut, dass das Einschlafen schwer fiel. Auf diesen Wind sollte man sich einstellen, wer in dem Park mit dem Zelt unterwegs ist.

Das Wetter ändert sich hier binnen Minuten. Was man von den Alpen her kennt, bekommt hier unten im Süden eine noch einmal bedeutendere Dimension. Eben noch spaziert man gemütlich im Sonnenschein und macht ein paar Fotos und 5 Minuten später wird man von einem gewaltigen Sturmsystem gejagt. Diese Erfahrungen in der Natur, die bizarre Bergkulisse und die schönen Begegnungen unter Gleichgesinnten schreien jedenfalls nach mehr. Irgendwann werde ich einmal hierher zurückkehren (müssen). Ein Ort, der mich gefangen nahm. In den letzten Jahren wurde der Park sukzessive ausgebaut, ich hoffe, dass sein ursprünglicher, wilder Charakter dadurch nicht verloren geht, sodass noch viele Tausend Wanderer die Schönheit der rauen Natur, in der Pumas und Kondore zu hause sind, erleben können.

Punta Arenas

Punta ArenasIn Punta Arenas habe ich schließlich die Magellan Straße erreicht. Hier ist also Fernando de Magallanes im Jahre 1520 vorbei geschippert. Diese Stadt liegt auf dem 53. Breitengrad (südlich) und ist trotz seiner Abgelegenheit überraschend modern und westlich geprägt. Die beiden Städte Punta Arenas und Ushuaia beanspruchen beide für sich, die südlichste Stadt der Welt zu sein, wobei das mit knapp 120.000 Einwohnern doppelt so große Punta Arenas die Haltung vertritt, Ushuaia sei eigentlich keine Stadt/Großstadt. Wie dem auch sei – beide Städte sind sehenswert. Per Schiff machte ich in Punta Arenas einen Ausflug auf die Isla Magdalena. Durchlöchert wie ein Schweizer Käse wird dieses sogenannte „Natur Monument“ von sage und schreibe 50.000 Exemplaren der Magellan-Pinguine bewohnt, die ihre kleinen Höhlen in den Boden graben.

Isla MagdalenaLeider war der Aufenthalt auf der Insel auf nur 1 Stunde begrenzt, was eine eingehende Beobachtung unmöglich machte. So musste ich mich mit ein paar schönen Fotos von einer einzigartigen Tierwelt begnügen. Wenn man die lustig watschelnden kleinen Gesellen so anschaut und die Kulisse auf sich wirken lässt, realisiert man, dass dies keine Fernsehdokumentation über einen fernen Ort ist, sondern sich dies in diesem Moment vor den eigenen Augen abspielt – National Geographics live. Die Insel sollte man sich nicht entgehen lassen.

Ushuaia – Feuerland

Am 21. Dezember bin ich schließlich exakt zur Sommersonnenwende in Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt eingetroffen. Schön, wenn der Zufall Reiseführer spielen darf. Nun war ich also in Feuerland und leider hatte ich nicht mehr als 2 Tage im Gepäck, denn der nächste Flugtermin stand schon fest. Hier rächt sich also meine Trödelei. Na ja, nicht wirklich, jeder Tag war gut angelegt.

UshuaiaUshuaia ist umgeben von Bergen und der wichtigste Hafen für alle Schiffe, die ins ewige Eis aufbrechen. Mit einem Seemann habe ich kurz gesprochen. Als er das Ziel für die 2-wöchige Reise aussprach – ANTARCTICA -, wäre ich nur zu gerne mit an Board gewesen. Ich hatte geholfen, die Leinen zu lösen und dann hörte ich das dröhnende Tuten, das von den umliegenden Bergen zurückgeworfen wurde. In Gedanken bin ich mitgefahren. Ushuaia ist sicherlich gut für einen mehrtägigen Aufenthalt. Die Landschaft sieht jedenfalls sehr einladend aus. Gerne hätte ich die umliegenden Berge erkundet.

Weihnachten verbrachte ich in Buenos Aires. Völlig unangemessen waren hier über 30 Grad und die Stadt brodelte in ihren Autoabgasen vor sich hin. Die Unterschiede zwischen dem südlichen Patagonien und dieser heißen Metropole sind schon enorm. Sorry, wenn ich an dieser Stelle keine Tipps in Sachen Sightseeing geben kann. Bei derlei Außentemperaturen hatte ich mir meist ein schattiges Plätzchen in einem der Parks gesucht.

Es ist, als ob ich ein Land voller Freunde zurückgelassen habe, vor allem was Chile betrifft. Gibt es etwas Schöneres, das man von einer Reise sagen kann? Genau diese Begegnungen mit den Menschen sind in meinen Berichten oftmals zu kurz gekommen, aber ich kann versichern, sie wiegen genau so schwer, wie die ausgiebigen Wanderungen in der ursprünglichen und einzigartigen Landschaft Patagoniens. All die anderen Rucksacktouristen aus den verschiedenen Ländern, die Aufgeschlossenheit der Chilenen, all das wird ein wenig Zeit brauchen, um sich in meinem Kopf zu setzen.

Kurzinfo Chile

(meine Tour)
Reisezeit Ende Oktober – Ende Dezember
Temperaturskala Nachts 20 bis -5 Grad,
Tag 5-28 Grad
Reisedauer 2 Monate, genug für meine Tour
Verlauf Santiago > Richtung Süden entlang der Anden > nach Feuerland, Ushuaia
Empfehlung Torres del Paine, Pucon, Isla Magdalena (Pinguinkolonie)
Preisniveau niedrig
Unterkunft = ca.3-8 EUR
Internet 1 Std. = 2 EUR
1l bier = 1,5 EUR
Eintrittsgebühr Torres del Paine = 28 EUR (Stand 2013)
Reiselandwertung

Reiselinks

Kurzinfo Argentinien

(meine Tour)
Reisezeit Mitte November – Ende Dezember
Temperaturskala Nachts 20 bis -5 Grad,
Tag 5-28 Grad
Reisedauer 2 Monate, genug für meine Tour
Verlauf Santiago > Richtung Süden entlang der Anden > nach Feuerland, Ushuaia
Empfehlung Perito Moreno, Ushuaia
Preisniveau hoch
Hostel = ca.15 – 25 Dollar (New York mind. doppelt soviel!)
Cheesburger = 49 Cent
1 Gallone Sprit = 1,30 – 1,80 Dollar
Reiselandwertung

Chile & Argentinien – Von Santiago bis Feuerland

Puyehue

Chile & Argentinien – Von Santiago bis Feuerland

Kein anderes Wort hatte vor meiner Reise soviel Faszination ausgelöst: „Patagonien“. Nach 2 Monaten in Chile und Argentinien und der Reise zur südlichsten Stadt der Welt ist nichts von dieser Faszination gewichen.

Ankunft in Santiago de Chile

Santiago de ChileZunächst einmal war es gar nicht so leicht, die USA in Richtung chilenischer Hauptstadt zu verlassen. Tatsächlich hatte ich mich im Abflugdatum geirrt, sodass ich den ursprünglichen Flieger verpasst hatte. So kann es gehen, wenn man die Flugnummer mit der Uhrzeit verwechselt! Dass das ausgerechnet mir passiert. 24 Stunden später und um eine Extragebühr an American Airlines erleichtert bin ich dann doch noch in Santiago de Chile angekommen. Alles was mir von dieser Stadt in Erinnerung geblieben ist, ist Tanzen, Merenge, Cerveza, Amigos und Chicas. Eine fabelhafte Stadt zum feiern. Eine gute Adresse um nette Leute kennenzulernen ist die offizielle Jugendherberge im Stadtviertel (Barrio) Brasil, Cienfuegos 151.

Nichteinmal die fast 7.000 Meter hohen Anden um Santiago herum konnten mich tagsüber beeindrucken. Ich bitte um Nachsicht, wenn ich an dieser Stelle keine Sehenswürdigkeiten der Stadt benennen kann. Für mich waren es die Menschen, die Einheimischen und die Backpacker aus aller Herrenländer.

LandstraßeJede Party geht irgendwann mal zu Ende. Nach einer Woche hieß es Adios Santiago! Nach zögerlichem Versuch, Chiles Norden zu entdecken – ich verbrachte zwei Tage in der Hafenstadt Val Paraiso  –, habe ich meine Pläne, in den Norden Chiles zu reisen, kurzentschlossen revidiert, um doch lieber gleich Richtung Süden zu fahren. Zurück von Santiago aus ging es 9 Stunden im Zug nach Concepcion. Die Fahrt kostete gerade einmal umgerechnet 8 Euro. Während meiner Reise, machte der Ort einen verschlafenen, um nicht zu sagen langweiligen Eindruck. Im Februar 2010 sollte Concepcion von einem schweren Erdbeben heimgesucht werden. Es war das schwerste Erdbeben in Chile seit fast 50 Jahren. Große Teile der Stadt wurden zerstört, über 200 Menschen kamen ums Leben.

Per Anhalter durch Chile

PferdekoppelVon Concepcion aus bin ich dann das erste mal in Chile per Anhalter gereist, was rückblickend hier in Chile wunderbar geklappt hat, nur die Konversation reduzierte sich bei mir auf den Wortschatz eines 2-Jährigen und auch das ist noch übertrieben. Aber es macht Spaß. Die Leute sind sehr nett und offen. So bin ich dann ein paar Tage über kleine Dörfer gezogen und habe dabei wunderschöne hügelige Landschaften durchquert, die mal an die Toscana erinnern, mal an das Bergische Land. Der Unterschied allerdings liegt in seiner Ursprünglichkeit. Man findet hier viel weniger Häuser oder Anzeichen von Besiedelung als in Deutschland oder Italien.

Mit das ungewöhnlichste Erlebnis, das ich in dieser Gegend hatte, war die Nacht auf einem Hügel. Spontan entschied ich mich, meine Mitfahrgelegenheit mitten in der Pampa zu unterbrechen. Mein Fahrer war völlig verdutzt und vergewisserte sich, ob ich mir sicher sei, hier aussteigen zu wollen. Die Abendstimmung und die Landschaft waren einfach zu schön. Ja, ich wäre mir sicher. Mitten in der Nacht stellte ich mit einigem Erschrecken fest, dass ich nicht alleine war. Ich hörte seltsame Schnüffelgeräusche auf der anderen Seite der dünnen Zeltwand. In der Dunkelheit dauerte es eine Weile, bis ich erkannte, mit welchen Tieren ich mein Nachtlager teilte. Mit den ersten Sonnenstrahlen des Morgens wurde ich dann zum zweiten Mal von der Pferdeherde in Augenschein genommen. Diese Nacht auf der Pferdekoppel werde ich so schnell nicht vergessen. Weiter ging es unter anderem über den Ort Temuco.

Streckenverlauf – Chile & Argentinien

Frühling in Chile

PuconIch hätte mir keine bessere Jahreszeit aussuchen können, denn der Frühling (primavera) ist einfach traumhaft hier. Ganze Felder blühen in Gelb, Lila oder Weiß vor lauter Gänseblümchen. An den Strassen oder an den Seeufern blüht der Ginster(retama) in nicht zu überbietendem Gelb. Und der „Kleine Gartenfreund“ in mir erfreut sich außerdem an den bunten Lupinen(lupinos) und an Fingerhut und Rhododendron.

Über Pucon nach Patagonien

Für Pucon, wahrlich ein Mekka für Abenteurer aus aller Welt sollte man reichlich Zeit mitbringen. Mindestens 3–4 Tage sollten eingeplant werden. Am Fuße des Vulkan Villarica ist diese Stadt mir echt ans Herz gewachsen. Geplant waren bei mir 2 oder 3 Nächte dort. Es wurden gut 2 Wochen, in denen ich so viele Leute von überall kennengelernt habe, dass ich von dieser Stadt und seinen Menschen nicht mehr los kam. Ich bekam hier einen Eindruck, wie Leben in Chile aussehen kann.

Von Pucon aus habe ich einen ersten Abstecher nach Argentinien gemacht. Die 5-stündige Fahrt durch die wilde patagonische Landschaft war wirklich beeindruckend. Noch beeindruckender war eine Wanderung hinauf auf einen Berg namens „Cerro Lopez“ (360Grad QTVR-Bild). 2200 Meter hoch oben in den Anden und einen Ausblick, der schöner nicht sein kann. Bariloche eignet sich hervorragend als Basis für Touren dieser Art und auch hier rate ich 3-4 Tage einzuplanen.

Der besondere Wandertipp

Vulkan LaninFährt man von Pucon Richtung Argentinien, kommt man an dem beeindruckenden Gipfel des Vulkan Lanin vorbei. Direkt vor dem Berg stehend wurde mir klar: den hätte ich mal schön besteigen sollen! Der Bus macht hier an der Grenze halt und der Wanderweg beginnt direkt an der Grenzstation. Also an alle Wanderburschen und -mädels gerichtet: schon in Pucon die Lebensmittel einkaufen, die man für 2-3 Tage braucht und nichts wie rauf auf den vielleicht schönsten Vulkan in Chile.

Nationalpark Puyehue

Zelten im Puyehue NPNach einem Tag Aufenthalt im argentinischen San Martin de Los Andes (schön gelegen an einem fjord-ähnlichem See) steuerte mein Überlandbus Osorno an. Aus welchem Grund auch immer scheint Osorno die besten Supermärkte in Chile zu haben. 3 riesige Hallen amerikanischen Ausmaßes machen sich gegenseitig Konkurrenz und sind optimal, um für längere Wanderungen einzukaufen. Von hier aus ging es 4 Tage in den „Parc National Puyehue“. Herzstück des Parks ist der 2216 Meter hohe Vulkan Puyehue, den ich erklommen habe.

PuyehueDie Gegend um den Vulkan ist einzigartig. Nicht nur weil die Landschaft alle Merkmale thermischer Aktivität vorweisen kann (Geysire, heiße Quellen, Schwefelgeruch, u.a.), sondern weil das Plateau im Hinterland die Form von Dünen annimmt, so zumindest mein Eindruck. Das Wechselspiel von Schneefeldern und durch die Vulkanasche dunkelgrau gefärbten dünen-ähnlichen Hügeln muss jedem Fotografen und natur-liebenden Menschen begeistern. Trotz nur mäßiger Wetterverhältnisse – die 2 Tage Regen kommen in diesem Bericht zu knapp – habe ich die Zeit im Park sehr genossen. Vielleicht auch deshalb, weil diese karge Gegend mich an Island erinnert hat, wovon ich noch heute schwärme.