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Bali (2)

Bali

Bali (2)

Mit einem traditionellen Sarong gekleidet im größten Tempel Balis die Proben eines Musiker-Ensembles zu verfolgen, war sicherlich ein besonderes Erlebnis.

Individuelle Fortbewegung auf Bali

transportmittel Noch einmal ein Wort zum Transport. Wie schon erwähnt ist die billigste und zugleich abenteuerlichste Art von A nach B zukommen die Fahrt in einem Bemo. Für 1 EUR kommt man fast überall hin (1-100 km). Im Preis inbegriffen sind Körperkontakt, Anfassen, nette Konversation und manchmal kräht sogar ein Hahn unter einem der Sitze. Sogenannte „Shuttle Busse“ sind ausschließlich für Touristen und zum teil klimatisiert, dafür jedoch stinklangweilig und ungefähr 3 mal so teuer.

Noch mehr zahlt man, wenn man einen Wagen inkl. Fahrer chartert. Entweder wird man von solchen angesprochen („Hey Mister, transport?“) oder falls gerade keiner auf der Lauer liegt, spricht man einfach einen „potentiellen“ Einheimischen an. Für 20 – 30 EUR am Tag kann man schließlich einen Suzuki Jeep mieten und völlig ungebunden reisen. Wer den Wagen selbst fährt sollte beachten: Auf Bali herrscht Linksverkehr. Darüber hinaus benötigt man hier eine gewisse, balinesisches Portion Fingerspitzengefühl. Ich habe gehört, bei einem Unfall hätte man ziemlich schlechte Karten, denn die Balinesen argumentieren wie folgt: „Ich wohne hier, du nicht! Wenn du nicht hier gewesen wärst, gäbe es diesen Unfall nicht!“ was in der Tat ein ziemlich schlagkräftiges Argument ist.

Heilige Tempel

baliDer heiligste Tempel und die größte Anlage liegen malerisch am Fuße des höchsten Berges auf Bali, dem Gunung Agung (3.147 m). Leider habe ich die jährlich stattfindende große Zeremonie um ein paar Tage verpasst. Der Besitzer meiner Unterkunft war, wie sich herausstellte, Musiker und so nahm er mich mit zu den Proben. Den traditionellen „Sarong“ um die Hüften sowie ein weiteres Tuch um die Stirn gebunden war ich schließlich bereit, die Tempelanlage zu betreten. Ich kam mir schon ein wenig previlegiert vor. Fremde kommen eigentlich nicht bis zu diesem Ort.

Gunung AgungDas Tempelmusiker-Ensemble bestand aus 20 Personen, die ausschließlich Metallinstrumente spielten. Das sich ständig wiederholende „Kling-Klang-Klong“ erscheint nach westlichen Maßstäben zunächst sehr undurchsichtig, wird aber nach einer Weile verständlicher. Ich kann nur empfehlen, eine Nacht hier in der Gegend zu verbringen, um dann den Sonnenaufgang von den Stufen des am höchsten gelegenen Tempels zu verfolgen. Wenn die Sonne dann um den Vulkan herumblinzelt und auf die unzähligen Tempeltürme scheint, kann man das vielleicht schönste Foto von dieser Insel machen.

Künstlerort Ubud – einfach entspannen

MakakenaffeLetzte Station war für mich Ubud. Balis traditionelle Künstlerstadt und heutige Internetzentrale, so jedenfalls mein Eindruck. Ein toller Ort, um sich verwöhnen zu lassen sowohl in Bezug auf Gaumenfreuden als auch mit wohltuenden Massagen. Es gibt zahlreiche Health- oder Beauty-Salons mit vorwiegend europäischer, japanischer oder amerikanischer Kundschaft. Selbst wenn man nur einen neuen Haarschnitt verpasst bekommt, werden ordentlich die Kopfhaut, der Nacken und die Schultern massiert.

Wem das nicht genug ist, der kann sich für ca.8 EUR eine Stunde so richtig durchkneten lassen. Um gar keine Zweifel aufkommen zu lassen: derlei Massagen sind zu 100% rein medizinisch-gesundheitlicher Natur. Was man sich in Ubud ebenfalls nicht entgehen lassen sollte, ist ein Besuch der frei lebenden Makaken-Affen in einem der Parks. Die Tiere sind alles andere als scheu und stibitzen schon einmal Touristen Lebensmittel aus der Hand.

Zum Abschluss noch ein vielleicht ganz praktischer Hinweis. Auf Bali kann man in traumhafter Kulisse kulinarische Feinheiten genießen. Hier ein Preisbeispiel:
2 Softdrinks + Frühlingsrolle + Hühnchen mit Gemüse und Reis + Bananen Pfannenkuchen = alles zusammen für 5 EUR.

Kurzinfo Bali

(meine Tour)
Reisezeit April
Temperaturskala Nacht 26 bis 15 Grad, Tag 15 bis 30 Grad
Reisedauer 2 Wochen (sind ausreichend)
Verlauf Nordküste, Vulkane, Ostküste
Empfehlung Gunung Batur Vulkan, Tauchen am Liberty-Schiffswrack
Preisniveau preiswert
Appartement = 5 -13 EUR
Abendessen (Menü) = 10 EUR
Mofa = 4 EUR am Tag
Reiselandwertung

Reiselinks:
www.baliguide.com
www.inm-asiaguides.com

Bali

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Bali

In keinem anderen Land habe ich bislang so viele lächelnde Gesichter gesehen. Von den knapp 3,5 Millionen Balinesen haben mich bestimmt die Hälfte mit „Hello!“ gegrüßt. So kam es mir jedenfalls so vor.

baliBali. Hier kann man ohne weiteres eine halbe Stunde am Schalter einer Bank verbringen, weil die Leute das Geld in Plastiktüten aufs Konto einzahlen. Ebenso lange stand ich in einem Supermarkt an der Kasse, obwohl nur 5 Personen vor mir standen die alle artig gewartet haben. Es ist mir bis heute ein Rätsel, was genau die beiden Kassiererinnen da getrieben hatten.

Wer glaubt, in Bali 14 Tage in einem Hotel-Komplex verbringen zu müssen, weil es nicht anders ginge, der hat zu viele Neckermann-Kataloge geblättert. Natürlich kann man diese Insel Indonesien auch auf andere Weise entdecken. Für alle, die sich darauf einlassen möchten, will ich gerne der Reiseführer sein, der zu einer abwechslungsreichen Tour entlang Balis Küste und hinauf zu aktiven Vulkanen und heiligen Tempeln einlädt.

Neun Breitengrade südlich des Äquators bedeutet was? Richtig, es ist heiß. Australien war dagegen angenehm. Auf dem Flughafenlandefeld angekommen scheint einen die förmlich Luft anzugrabschen. Ohne Wind läuft einem nach kurzer Zeit der Schweiß. Tatsächlich habe ich gleich bei meiner Ankunft einen Einheimischen in einer Daunenjacke rumlaufen sehen! Ich war geschockt. Die 27 Grad Außentemperatur in der Nacht waren ihm offensichtlich zu frisch.

Wirrwarr in Denpasar

DenpasarIn Denpasar gesellt sich zu der Hitze ein Duftgemisch aus anregend appetitlich bis umwerfend bestialisch. Die Straßen sind ein Strom aus miefigen und knatternden Mopeds, Lastwagen und Autos. Jede einem sich bietende Lücke muss man beherzt zum Überqueren der Straße nutzen, ansonsten wartet man und wartet. Auf den Märkten ist bis in die Nacht der Teufel los und das Feilschen mit den Händlern ist für den Geübten eine wahre Freude (nur keine falsche Zurückhaltung!). Die Bürgersteige beherbergen eine Etage tiefer die Kanalisation und es liegen so viele Stellen offen, dass ich mich gefragt habe wieviele „Hans-guck-in-die-Luft-“ wohl schon von der Stadt verschluckt worden sind. Wer die Herausforderung sucht, kann ein oder zwei Nächte bleiben, mehr sollten es meiner Meinung nach nicht sein.

Danau-BratanWeiter ging es in Richtung Norden. Nach einer Stunde beengter Fahrt in einem „Bemo“ bin ich in Danau Bratan angekommen. Mit Hilfe der Kleinbusse lässt sich jede Stelle Balis ansteuern. Für die Einheimischen ist es das bevorzugte Fortbewegungsmittel. Auch Hühner und andere Haustüre reisen mit. So bekommt man als Rucksackreisender den direkten Kontakt zu den Balinesen. In Danau Bratan war ich dann wirklich überrascht, dass ich hier meinen Fleece-Pullover auspacken musste, denn die Gebirgsluft – 1.500 m über dem Meeresspiegel – war deutlich zu spüren, jedoch mehr als angenehm.

Der hier befindliche Tempel liegt direkt am See und in dem Restaurant der Anlage kann man ein Buffet für umgerechnet 5 EUR genießen. Apropos, auf Bali gibt es, so sagt man, mehr Tempel als Häuser. Ganz einfach deshalb, weil jedes Wohnhaus über einen kleinen extra Tempel verfügt. Hinzu kommen dann noch die großen, separaten Tempelanlagen. Im Gegensatz zum Rest Indonesiens sind die Balinesen überwiegend Hindus. Man stolpert ständig über kleine, auf dem Bürgersteig liegende Opfergaben, die vor jedem Haus in ein aus Gras geflochtenes Näpfchen ausgelegt werden.

Boote am Strand von LovinaAus den Höhenlagen Danau Bratans führte mich meine Reise weiter nach Lovina. Lovina liegt an der Nordküste und ist ein prima Ausgangspunkt für Tagestouren. Für 4 EUR am Tag kann man z.B. mit einem Moped die treppenförmig ansteigenden Reisfelder hinauf in die Berge fahren oder die Nordküste bis zum westlichsten Punkt abklappern. Ein zwei Restaurants, hier und da ein Internet-Cafe und ein netter Strand machen den Ort zu einer angenehmen Station auf jeder Reise.

Streckenverlauf – Bali

Tauchen auf Bali

Menjangan-tauchenFür Taucher bieten sich auf Bali sehr gute Möglichkeiten. Drei verschiedene Orten kann ich aufgrund eigener Erfahrung empfehlen.

1. Die Insel Menjangan
2. das Schiffswrack „Liberty“
3. Amed bzw Jemeluk an der Ostküste

MenjanganZwei Tauchgänge kosten ca. 45-50 EUR und sowohl die Ausrüstung als auch das Personal sind – so habe ich es erlebt – auf dem neusten Stand. Alle genannten Tauchgebiete sind klasse. Es gibt Rochen, Moränen, Fächerkorallen, riesige Fischschwärme und viel viel mehr in großer Anzahl und in verschwenderischer Form und Farbe. Hin und wieder trifft man allerdings auch auf ein beschädigtes Riff, das touristisch sprichwörtlich ausgeschlachtet wurde. Als Taucher sieht man das natürlich nicht gerne.

Ein absolutes Highlight ist die sogenannte Doppel-Caldera des Gunung Batur. Ein äußerer Kraterrand mit einem Durchmesser von 18 km umschließt den inneren Krater des zu meiner Reisezeit sehr aktiven Batur-Gipfels. Die Landschaft ist spektakulär und wirkt durch die gelegentlichen Ausbrüchen des Vulkans noch dramatischer. In meiner Gegenwart spuckte der Berg 4 mal Steine und Geröll aus, die in einer 300-400 Meter hohen Staubwolke aufgestiegen sind. Wirklich sehr beeindruckend.

Gunung Batur, VulkanausbruchWenn man hier in der Nähe in einer Pension absteigt, wird der Besitzer einen fragen, ob man eine Wanderung hoch zum Gipfel des Gunung Batur unternehmen möchte. Selbstverständlich kostet die geführte Tour Geld. Die Wanderung ist sehr beliebt bei den Touristen und da der Weg einfach ist, lässt sich schnell gutes Geld verdienen. Man kann die Wanderung hoch zum Gipfel durchaus auch ohne Guide unternehmen. Man muss halt nur wissen, wo der Wanderweg verläuft. Anspruchsvoll oder gar schwierig ist der Aufstieg nämlich keinesfalls. Mein Tipp. Früh morgens so zwischen 4.00 und 5.00 Uhr gehen zahlreiche Wanderkarawanen noch im Dunkeln durch die Straßen. Einfach hinten anschließen. Das merkt kein Bergführer. Oben schließlich am Gipfel zur Sonnenaufgangszeit haben sich 50–60 Leute angesammelt. Wenn man eine ruhige Ecke gefunden hat, ist es wirklich schön. In jedem Fall ist der Aufstieg lohnenswert.

USA (2) – Mittlerer Westen

Yellowstone Nationalpark – Höhepunkt im Mittleren Westen

USA (2) – Mittlerer Westen

Der Mustang rollt immer noch. Von der Ostküste geht es in den mittleren Westen mit dem Yellow Stone Nationalpark als Ziel.

Sleeping Bear DuneEs ging weiter nach Westen, wo ich als Fernziel Chicago ins Auge genommen habe. Unterwegs habe ich halt bei dem sogenannten „Sleeping Bear Provincial Park“ gemacht. Hier findet man ein bis zu 300 Meter hohe Düne vor, die zur Seeseite ( Lake Michigan ) stark abfällt. Wenn man oben an der Klippe sitzt und die Sonne am Horizont verschwinden sieht, fällt es einem schwer zu glauben, dass dies „nur“ ein See und kein Meer ist. Er wirkt einfach unendlich groß.

chicagoChicago empfand ich als schön, aber auch als sehr stressig. Nach hartem Kampf hatte ich es geschafft, den Wagen durch den Samstagsnachmittagsverkehr genau bis zur Jugendherberge mitten in Downtown zu fahren. Dort angelangt musste ich allerdings feststellen, dass das College-Gebäude nur während der Sommermonate als Jugendherberge fungiert und exakt an diesem Wochenende wieder das Semester angefangen hatte. Was also tun.

Ich habe den Wagen irgendwo in Downtown ziemlich wild geparkt und mich dann auf die Suche nach einem Visitor Center gemacht. Einen normalen Parkplatz zu finden ist schier unmöglich. An einem Parkhaus habe ich gesehen, dass man dort einen Parkplatz für umgerechnet 25.000 EUR kaufen kann. Für das Geld kriegt man in Kanada ein eigenes Haus mit 800 qm Grundstück. Jedenfalls habe ich dann noch eine andere Bleibe für zwei Nächte gefunden. Die Stadt ist, was die Hochhaus-Architektur betrifft, mit Sicherheit eine der interessantesten Städte der Welt. Man findet hier hervorragende Bauten aus den verschiedenen Jahrzehnten. Und Downtown ist wirklich schön. Gelegen am Lake Michigan, der groß wie ein Meer erscheint, ist Chicago eine Metropole mit maritimen Flair.

Unterwegs in North und South Dakota

MississippiVon Chicago ging es dann einige Hundert Meilen durch die „Pampa“. Weizenfelder und Mais und Weizenfelder und Mais… und so weiter. Monotoner könnte die Fahrt im Auto nicht sein als auf den Highways in Iowa. Einzig die Fahrt entlang des Mississippis erfreute das Auge. Nach einem ziemlich langen Ritt bin ich dann in der Gegend um Mount Rushmore angekommen. Dieses Nationale Monument dürften viele aus dem Hitchcock Streifen „Der unsichtbare Dritte“ (org. „North by Northwest“) kennen.

Mount-RushmoreHier sind die vier amerikanischen Präsidenten Roosevelt, Lincoln, Jefferson und Washington in Stein gemeißelt. Man bekommt an diesem Ort unweigerlich den Eindruck, dass die Amerikaner unglaublich stolz auf sich selbst sind. So stolz, wie vielleicht kein zweites Volk. Deswegen auch dieses riesige Monument.

Custer State Park Die Gegend hier um Mount Rushmore heißt „Black Hills“ und ist sehr hügelig und abwechslungsreich. Besonders der nahegelegene aber recht unbekannte „Custer State Park“ hat es mir angetan. Hier wurden all meine Western- und Indianer-Kindheitsphantasien Wirklichkeit. Der Park ist unglaublich schön und man kann viele Wanderungen unternehmen, bei denen man sogar Büffel zu Gesicht bekommt. Circa 600 Bisons bevölkern den Park. Außerdem gibt es jede Menge Rotwild und Präriehunde (oder Erdmännchen).

Devils TowerDie Luft ist erfüllt von dem Duft nach Beifuß und die Farben der gelben Graslandschaft kommt beim Sonnenuntergang erst recht zur Geltung. Weiterer Höhepunkt in dieser Gegend ist der „Devils Tower“, Amerikas erstes Nationales Monument gegründet 1906 von Roosvelt. Insgesamt war ich 5-6 Tage in dieser wenig bewohnten und wunderschönen Landschaft unterwegs.

Bizarr und unvergleichlich – Yellowstone

YellowstoneDie nächste Station ist eine meiner Hauptziele in den USA gewesen, der Yellowstone National Park. Besonders interessant fand ich die vulkanischen Gebiete mit denen in Island zu vergleichen. Mein Eindruck dabei ist, dass man Vulkane, blubbernde Löcher und heiße Quellen eher in Island erwarten würde aber nicht mitten im Wald oder direkt an einem See. Aber genauso sieht es hier aus.

YellowstoneBei Außentemperaturen von bis zu 10 Grad minus, die ich erleben durfte, scheint der ganze Wald zu dampfen. Die Farben der Algen, die rund um die heißen Quellen angesiedelt sind, leuchten in allen erdenklichen Tönen. Sie sind auch dafür verantwortlich, dass die Farben in den sogenannten „Pools“, mit Namen wie „Green Dragon“ oder „Abyss Spring“, von Indigo Blau bis Türkis variieren. Jeder, der die USA besucht, sollte diesen Park gesehen haben!

YellowstoneNach einigen klirrendkalten Nächten im Zelt hatte ich wieder einmal richtig Lust in einem Bett zu schlafen, was ich dann auch in Salt Lake City tat. Die Stadt der Mormonen hat mit Abstand die bestausgestattete Universitäts-Bibliothek, die ich je gesehen habe. Computer zur freien Verfügung für Besucher an jeder Ecke. Auch sonst überzeugt die Stadt durch ihre fast schon klinische Sauberkeit – fast erschreckend sauber für amerikanische Verhältnisse. Aber nicht die Stadt vielmehr die Landschaft hier um Salt Lake City ist wirklich sehenswert.

Island – Insel des Feuers

Island Reisebericht – Insel des Feuers

Island - Insel des Feuers

Unbegrenzte Freiheit und eine Natur, die einem einfach den Atem raubt! So einfach läßt sich der westlichste Teil Europas hoch im Norden auf einen Satz komprimieren.

Blaue LaguneErst einmal die Fakten: Ich habe die Insel komplett von Reykjavik aus Richtung Nord/Westen im Uhrzeigersinn umrundet. Dabei bin ich, mit einer Ausnahme, stets per Anhalter gereist. An zwei Orten habe ich jeweils zwei Nächte verbracht ansonsten war ich jeden Tag woanders. Abwechselnd habe ich gezeltet oder bin in Jugendherbergen eingekehrt.

Es wird vielleicht abgedroschen klingen, wenn ich all zu sehr in Superlativen schwelge, aber… woahhhh… Island ist sagenhaft schön. Da der Begriff schön aber sehr individuell ausgelegt werden kann, versuche ich einmal zu beschreiben, was einen Reisenden hier erwartet.

Der Mensch ist klein in dieser Natur

snaefellsnesIn keinem anderem Land hatte ich bisher das Gefühl, dass der Mensch nur nebensächlich ist. Wenn er sonst fast überall seine Umgebung prägt oder verändert, so ist er es, der sich hier der Landschaft anpassen muss. Starke Winde, Reißende Flüsse, Vulkanausbrüche und riesige Gletscher, darunter der „Vatnajökull“ , der größte Gletscher außerhalb der Polkappen, verändern auch heute noch das Gesicht dieser Insel.

suedkuesteViele Landstriche verdanken ihrem Aussehen den Gletscherbewegungen der letzten Eiszeit und sind deshalb karg bewachsen. Schwarze Dünen mit saftig grünem Gras an den Hängen bieten einen ungewohnten Anblick. Aufgrund der sehr mineralhaltigen Böden ist das Farbspektrum der Berge erstaunlich vielfältig. Braun, Rotbraun, Umbra, Ocker, Terrakotta, Oliv, alle erdenkliche Grauschattierungen, Sandfarben, Blassgrün, Grün, und sogar Violett. Diese und noch viel mehr Farbklänge geben der rauen Schale Islands einen bunten Anstrich.

Die westlichste Spitze Europas

StykkisholmurEs gibt Fjorde, die mit Gras bewachsen sind und auf denen Schafe weiden. Es gibt aber auch völlig vegetationslose Landschaften, die man nur mit einem Jeep durchqueren kann. Bäume gibt es sogut wie keine. In einem Reisebuch über Island kann man lesen:“ Wenn sie sich in einem Isländischen Wald verlaufen sollten, stehen sie einfach auf !“ Nur in den Städten und in einigen Nationalparks gibt es Schatten. Außer Schafen und Pferden gibt es eine Menge Vögel zu bestaunen.

islandDie kleinen Island-Pferde tollen in Herden durch die wilde Landschaft und man kann sie hockend oder auf der Seite liegend beobachten, was ich zuvor noch nirgends gesehen habe. Am beeindruckendsten war mit Abstand eine Küste, die die westlichste Spitze Europas kennzeichnet – Látrabjarg (360 Grad-Panorama). So viele Möwen, Küstenschwalben und vor allem Papageientaucher habe ich noch nie gesehen. Schwer es in Zahlen auszudrücken, aber so zwischen 10.000 und 20.000 werden es wohl gewesen sein.

Was ich unbedingt auf Island sehen wollte, waren die aktiven vulkanischen Gebiete. Eines befindet sich im Landesinneren um den Mount Krafla, der zuletzt 1984 ausgebrochen ist. Die Lava hier ist noch völlig schwarz und an vielen Stellen sogar noch warm. Überall dringt Rauch aus den Ritzen und teilweise ist der Boden und der Dampf so heiß, dass man sich die Finger daran verbrennt. Wenn man dann mal einen Stein aufhebt und sich vorstellt, dass dieser erst 15 Jahre alt ist, kommt man schon ins Grübeln. Ach ja, und überall stinkt es nach faulen Eiern.