Schlagwort-Archiv: Tauchen

Bali

bali-3

Bali

In keinem anderen Land habe ich bislang so viele lächelnde Gesichter gesehen. Von den knapp 3,5 Millionen Balinesen haben mich bestimmt die Hälfte mit „Hello!“ gegrüßt. So kam es mir jedenfalls so vor.

baliBali. Hier kann man ohne weiteres eine halbe Stunde am Schalter einer Bank verbringen, weil die Leute das Geld in Plastiktüten aufs Konto einzahlen. Ebenso lange stand ich in einem Supermarkt an der Kasse, obwohl nur 5 Personen vor mir standen die alle artig gewartet haben. Es ist mir bis heute ein Rätsel, was genau die beiden Kassiererinnen da getrieben hatten.

Wer glaubt, in Bali 14 Tage in einem Hotel-Komplex verbringen zu müssen, weil es nicht anders ginge, der hat zu viele Neckermann-Kataloge geblättert. Natürlich kann man diese Insel Indonesien auch auf andere Weise entdecken. Für alle, die sich darauf einlassen möchten, will ich gerne der Reiseführer sein, der zu einer abwechslungsreichen Tour entlang Balis Küste und hinauf zu aktiven Vulkanen und heiligen Tempeln einlädt.

Neun Breitengrade südlich des Äquators bedeutet was? Richtig, es ist heiß. Australien war dagegen angenehm. Auf dem Flughafenlandefeld angekommen scheint einen die förmlich Luft anzugrabschen. Ohne Wind läuft einem nach kurzer Zeit der Schweiß. Tatsächlich habe ich gleich bei meiner Ankunft einen Einheimischen in einer Daunenjacke rumlaufen sehen! Ich war geschockt. Die 27 Grad Außentemperatur in der Nacht waren ihm offensichtlich zu frisch.

Wirrwarr in Denpasar

DenpasarIn Denpasar gesellt sich zu der Hitze ein Duftgemisch aus anregend appetitlich bis umwerfend bestialisch. Die Straßen sind ein Strom aus miefigen und knatternden Mopeds, Lastwagen und Autos. Jede einem sich bietende Lücke muss man beherzt zum Überqueren der Straße nutzen, ansonsten wartet man und wartet. Auf den Märkten ist bis in die Nacht der Teufel los und das Feilschen mit den Händlern ist für den Geübten eine wahre Freude (nur keine falsche Zurückhaltung!). Die Bürgersteige beherbergen eine Etage tiefer die Kanalisation und es liegen so viele Stellen offen, dass ich mich gefragt habe wieviele „Hans-guck-in-die-Luft-“ wohl schon von der Stadt verschluckt worden sind. Wer die Herausforderung sucht, kann ein oder zwei Nächte bleiben, mehr sollten es meiner Meinung nach nicht sein.

Danau-BratanWeiter ging es in Richtung Norden. Nach einer Stunde beengter Fahrt in einem „Bemo“ bin ich in Danau Bratan angekommen. Mit Hilfe der Kleinbusse lässt sich jede Stelle Balis ansteuern. Für die Einheimischen ist es das bevorzugte Fortbewegungsmittel. Auch Hühner und andere Haustüre reisen mit. So bekommt man als Rucksackreisender den direkten Kontakt zu den Balinesen. In Danau Bratan war ich dann wirklich überrascht, dass ich hier meinen Fleece-Pullover auspacken musste, denn die Gebirgsluft – 1.500 m über dem Meeresspiegel – war deutlich zu spüren, jedoch mehr als angenehm.

Der hier befindliche Tempel liegt direkt am See und in dem Restaurant der Anlage kann man ein Buffet für umgerechnet 5 EUR genießen. Apropos, auf Bali gibt es, so sagt man, mehr Tempel als Häuser. Ganz einfach deshalb, weil jedes Wohnhaus über einen kleinen extra Tempel verfügt. Hinzu kommen dann noch die großen, separaten Tempelanlagen. Im Gegensatz zum Rest Indonesiens sind die Balinesen überwiegend Hindus. Man stolpert ständig über kleine, auf dem Bürgersteig liegende Opfergaben, die vor jedem Haus in ein aus Gras geflochtenes Näpfchen ausgelegt werden.

Boote am Strand von LovinaAus den Höhenlagen Danau Bratans führte mich meine Reise weiter nach Lovina. Lovina liegt an der Nordküste und ist ein prima Ausgangspunkt für Tagestouren. Für 4 EUR am Tag kann man z.B. mit einem Moped die treppenförmig ansteigenden Reisfelder hinauf in die Berge fahren oder die Nordküste bis zum westlichsten Punkt abklappern. Ein zwei Restaurants, hier und da ein Internet-Cafe und ein netter Strand machen den Ort zu einer angenehmen Station auf jeder Reise.

Streckenverlauf – Bali

Tauchen auf Bali

Menjangan-tauchenFür Taucher bieten sich auf Bali sehr gute Möglichkeiten. Drei verschiedene Orten kann ich aufgrund eigener Erfahrung empfehlen.

1. Die Insel Menjangan
2. das Schiffswrack „Liberty“
3. Amed bzw Jemeluk an der Ostküste

MenjanganZwei Tauchgänge kosten ca. 45-50 EUR und sowohl die Ausrüstung als auch das Personal sind – so habe ich es erlebt – auf dem neusten Stand. Alle genannten Tauchgebiete sind klasse. Es gibt Rochen, Moränen, Fächerkorallen, riesige Fischschwärme und viel viel mehr in großer Anzahl und in verschwenderischer Form und Farbe. Hin und wieder trifft man allerdings auch auf ein beschädigtes Riff, das touristisch sprichwörtlich ausgeschlachtet wurde. Als Taucher sieht man das natürlich nicht gerne.

Ein absolutes Highlight ist die sogenannte Doppel-Caldera des Gunung Batur. Ein äußerer Kraterrand mit einem Durchmesser von 18 km umschließt den inneren Krater des zu meiner Reisezeit sehr aktiven Batur-Gipfels. Die Landschaft ist spektakulär und wirkt durch die gelegentlichen Ausbrüchen des Vulkans noch dramatischer. In meiner Gegenwart spuckte der Berg 4 mal Steine und Geröll aus, die in einer 300-400 Meter hohen Staubwolke aufgestiegen sind. Wirklich sehr beeindruckend.

Gunung Batur, VulkanausbruchWenn man hier in der Nähe in einer Pension absteigt, wird der Besitzer einen fragen, ob man eine Wanderung hoch zum Gipfel des Gunung Batur unternehmen möchte. Selbstverständlich kostet die geführte Tour Geld. Die Wanderung ist sehr beliebt bei den Touristen und da der Weg einfach ist, lässt sich schnell gutes Geld verdienen. Man kann die Wanderung hoch zum Gipfel durchaus auch ohne Guide unternehmen. Man muss halt nur wissen, wo der Wanderweg verläuft. Anspruchsvoll oder gar schwierig ist der Aufstieg nämlich keinesfalls. Mein Tipp. Früh morgens so zwischen 4.00 und 5.00 Uhr gehen zahlreiche Wanderkarawanen noch im Dunkeln durch die Straßen. Einfach hinten anschließen. Das merkt kein Bergführer. Oben schließlich am Gipfel zur Sonnenaufgangszeit haben sich 50–60 Leute angesammelt. Wenn man eine ruhige Ecke gefunden hat, ist es wirklich schön. In jedem Fall ist der Aufstieg lohnenswert.

Australien (2)

reef

Australien (2)

Great Barrier Reef – kann man sich einen schönere Ort vorstellen, um Tauchen zu lernen? Ein Tauchkurs kombiniert mit einem Segeltörn – Australien von seiner schönsten Seite!

Tauchen am Great Barrier Reef

Lässig auf dem SegelbootIn „Airlie Beach“, habe ich mir den von Anfang an geplanten Tauchkurs geleistet. Den Tauchern unter Euch sei gesagt, dass ich einen „Padi Open Water Course“ (Kostenpunkt: 5 Tage inkl. Segeltour ca. 270 EUR) absolviert habe, der 3 Nächte und 3 Tage auf einem Segelboot draußen auf dem „Great Barrier Reef“beinhaltete. Nach 2 Tagen Theorie und Übungen im Swimmingpool ging’s dann hinaus.

Wenn das Himalaya-Massiv der Himmel für Bergsteiger ist, so ist das Great Barrier Reef das Paradies für Taucher. Auch wenn ich bedaure, keine Haie gesehen zu haben, ist dieses Erlebnis für mich einmalig gewesen. Die Liste wäre sehr lang, könnte ich die ganzen Tiere und Pflanzen benennen, die ich während der bis zu 45 Minuten andauernden Tauchgänge gesehen habe. Man muss es einfach selbst erleben, um zu verstehen, was in so einem Moment in einem vorgeht. Das ist, als wollte man Musik mit Worten beschreiben. Hinzu kommt die tolle Stimmung auf dem Segelschiff. Zwischen den Tauchgängen hängt man lässig auf dem Deck herum, liest ein Buch oder klettert hinauf auf den Ausguck, der erst wirklich schwindelerregend wird, wenn man mal oben war.

TauchgangNachts schliefen wir unter freiem Himmel an Deck. Man glaubt noch zu träumen, wenn um 6 Uhr die Sonne aufgeht und man sich den Schlaf aus den Augen reibt. Der Skipper wusste zu berichten, dass es im Winter schon mal empfindlich kalt werden kann und seine Füße bei 21 Grad Außentemperatur ganz schön gefroren haben. Ein Scherzkeks.

Nach der Rückkehr an Land fängt der Gleichgewichtssinn an zu spinnen und der Beton unter der Füßen kommt einem wie eine weiche Masse vor. Keine Frage, ein bleibendes Erlebnis, bei dem man Blut leckt.

Und dann war da noch die Kangaroo-Familie. Um die Tiere so nah wie möglich vor die Kamera zu bekommen, tat ich etwas, was ich zuvor noch nie bei freilebenden Tieren gemacht hatte. Ich gab der Kangaroo-Mami ein Stück von meinem Croissant. Sehr vorsichtig knabberte sie es mir aus der Hand, was meine Finger zu schätzen wussten. 3 Minuten später viel mir ihre seltsame Körperhaltung auf,  kurz darauf musste sie sich übergeben. Oh je. Eukalyptus Blätter und französische Teigwaren vertragen sich wohl nicht miteinander. Damit ich nicht noch weiteren Tier-Mamis in der Welt Schaden zufüge, versprach ich die „Bitte nicht füttern!“-Schilder in Zukunft wieder ernst zu nehmen. Ehrenwort!

Kurzinfo Australien

(meine Tour)
Reisezeit März
Temperaturskala Nacht 20 bis 10 Grad,
Tag 15-30 Grad
Reisedauer 1 Woche Tasmanien, 3 Wochen für die Ostküste (sind zu wenig!)
Verlauf Tasmanien + Melbourne bis Cairns
Empfehlung Great Barrier Reef, Tasmanien
Preisniveau moderat
Hostel = ca.8 -14 EUR
Internet = 0,50 – 1 EUR (so billig wie nirgends!)
Mietwagen = ab 13 EUR pro Tag (Langzeitmiete)
Reiselandwertung

Reiselinks
Great Barrier Reef
60 Great Short Walks of Tasmania