Schlagwort-Archiv: Skaftafell

Island – Insel des Feuers (2)

Geysir

Island - Insel des Feuers (2)

Den Namensgeber aller Geysire eben DEN „Geysir“ kann man in einer Tagestour von Reykjavik aus erreichen. Bis zu 70 Meter hoch (2.höchster in der Welt) kann sein Wasser hinausschießen. Dies macht er alle 10 bis 15 Minuten.

JoekulsarlonDie Gletscher an der Ostküste Islands können bis zu 800 Meter dick werden und reichen an einigen Stellen auf Meereshöhe fast bis an den atlantischen Ozean. Diese Region hat mir am besten gefallen. Besonders der kleine National Park Skaftafell ist einzigartig !!! Der Park ist relativ klein und so reich an Attraktionen, dass ich oft vom „Disneyland der Natur“ gesprochen habe, wenn mich Leute danach gefragt haben.

Die Isländer sind eher zurückhaltend, vielleicht auch reserviert, was man nicht mit unfreundlich verwechseln sollte. Aber sie reden nicht sehr viel. Diesen Eindruck habe ich jedenfalls während der vielen Fahrten als Anhalter gewonnen. Junge Isländer sind von anderen Europäern nicht zu unterscheiden, aber den Älteren merkt man schon ihre nordische Art an. Trotzdem habe ich unglaublich viel über die Menschen hier erfahren und ein wenig Einblick in ihr Leben bekommen. Fast alle sprechen Englisch und geben freundlich Auskunft, wenn man Fragen hat. Gut die Hälfte aller Autofahrer, die mich mitgenommen haben, waren Touristen wie ich. Mit einigen habe ich abends etwas unternommen oder wir sind gemeinsam wandern gewesen.

Unterwegs per Anhalter

SkogafossReisen als Anhalter ist überhaupt kein Problem. Ich bin sogar in Gegenden gekommen, in die nicht einmal ein Bus fährt und in der ein Jeep erforderlich ist. In den abgelegenen Westfjorden kann man schonmal ein paar Stunden stehen, aber da muss man auf die Zähne beißen und Geduld haben. Irgendwer wird schon kommen! Nervig sind die vielen Fliegen, die einen vor allem in der Myvatn Region penetrieren. Keine Körperöffnung ist vor ihnen sicher und wenn man an der Straße steht und von einem Schwarm umringt wird, kann ein Kopfschutz/Mückennetz gute Dienste leisten. Oder man wedelt wild mit einem Shirt, was auf die Dauer allerdings sehr ermüdend ist.

SkaftafellAuch in Jugendherbergen findet sich immer jemand, mit dem man etwas unternehmen kann und sei es nur, dass man gemeinsam kocht oder eine Partie Schach spielt. Die „Herbergseltern“ sind ausgesprochen hilfreich und machen auch schon mal eine Besorgung für einen, wenn die Hütte etwas weiter weg liegt. Ich habe auch Häuser erlebt, in denen sich bis zum Abend niemand sehen läßt und nur ein Zettel an der Türe hängt, auf dem steht, man solle sich doch wie zuhause fühlen, was ich dann auch gleich gemacht hatte.

Ich kann wirklich nur das beste von dieser Insel berichten. Diese Reise gehört ganz bestimmt zu den schönsten, die ich bisher gemacht habe. Nun verstehe ich auch warum die Isländer so viele verschiedene Wörter für die Bezeichnung „wunderschön“ haben. So wie die Inui verschiedene Wörter für „Schnee“ haben, gibt es hier für die unterschiedlichsten schönen Dinge eine passende Umschreibung. Und Schönes – davon hat Island reichlich.

Kurzinfo Island

(meine Tour)
Reisezeit August
Temperaturskala Nachts 15-0 Grad, Tag 10-25 Grad
Reisedauer 3 Wochen, ausreichend Zeit auch mal die ein oder andere Tageswanderung zu machen.
Verlauf per Anhalter komplett um die Insel
Empfehlung im Juli soll die Sonne bis Mitternacht zu sehen sein und ganz im Norden sieht man die Polarlichter.
Preisniveau bis zur Wirtschaftskrise (2009) sehr hoch, aktuell moderat
Bett im Hostel = ca. 11-15 EUR
Brot im Supermarkt = 2 EUR
0,5l Bier im Pub = 3 EUR
Reiselandwertung

Ein weiterer Island-Reisebericht von mir: Island-Tour – 7 Tage im September

Island – Insel des Feuers

Island Reisebericht – Insel des Feuers

Island - Insel des Feuers

Unbegrenzte Freiheit und eine Natur, die einem einfach den Atem raubt! So einfach läßt sich der westlichste Teil Europas hoch im Norden auf einen Satz komprimieren.

Blaue LaguneErst einmal die Fakten: Ich habe die Insel komplett von Reykjavik aus Richtung Nord/Westen im Uhrzeigersinn umrundet. Dabei bin ich, mit einer Ausnahme, stets per Anhalter gereist. An zwei Orten habe ich jeweils zwei Nächte verbracht ansonsten war ich jeden Tag woanders. Abwechselnd habe ich gezeltet oder bin in Jugendherbergen eingekehrt.

Es wird vielleicht abgedroschen klingen, wenn ich all zu sehr in Superlativen schwelge, aber… woahhhh… Island ist sagenhaft schön. Da der Begriff schön aber sehr individuell ausgelegt werden kann, versuche ich einmal zu beschreiben, was einen Reisenden hier erwartet.

Der Mensch ist klein in dieser Natur

snaefellsnesIn keinem anderem Land hatte ich bisher das Gefühl, dass der Mensch nur nebensächlich ist. Wenn er sonst fast überall seine Umgebung prägt oder verändert, so ist er es, der sich hier der Landschaft anpassen muss. Starke Winde, Reißende Flüsse, Vulkanausbrüche und riesige Gletscher, darunter der „Vatnajökull“ , der größte Gletscher außerhalb der Polkappen, verändern auch heute noch das Gesicht dieser Insel.

suedkuesteViele Landstriche verdanken ihrem Aussehen den Gletscherbewegungen der letzten Eiszeit und sind deshalb karg bewachsen. Schwarze Dünen mit saftig grünem Gras an den Hängen bieten einen ungewohnten Anblick. Aufgrund der sehr mineralhaltigen Böden ist das Farbspektrum der Berge erstaunlich vielfältig. Braun, Rotbraun, Umbra, Ocker, Terrakotta, Oliv, alle erdenkliche Grauschattierungen, Sandfarben, Blassgrün, Grün, und sogar Violett. Diese und noch viel mehr Farbklänge geben der rauen Schale Islands einen bunten Anstrich.

Die westlichste Spitze Europas

StykkisholmurEs gibt Fjorde, die mit Gras bewachsen sind und auf denen Schafe weiden. Es gibt aber auch völlig vegetationslose Landschaften, die man nur mit einem Jeep durchqueren kann. Bäume gibt es sogut wie keine. In einem Reisebuch über Island kann man lesen:“ Wenn sie sich in einem Isländischen Wald verlaufen sollten, stehen sie einfach auf !“ Nur in den Städten und in einigen Nationalparks gibt es Schatten. Außer Schafen und Pferden gibt es eine Menge Vögel zu bestaunen.

islandDie kleinen Island-Pferde tollen in Herden durch die wilde Landschaft und man kann sie hockend oder auf der Seite liegend beobachten, was ich zuvor noch nirgends gesehen habe. Am beeindruckendsten war mit Abstand eine Küste, die die westlichste Spitze Europas kennzeichnet – Látrabjarg (360 Grad-Panorama). So viele Möwen, Küstenschwalben und vor allem Papageientaucher habe ich noch nie gesehen. Schwer es in Zahlen auszudrücken, aber so zwischen 10.000 und 20.000 werden es wohl gewesen sein.

Was ich unbedingt auf Island sehen wollte, waren die aktiven vulkanischen Gebiete. Eines befindet sich im Landesinneren um den Mount Krafla, der zuletzt 1984 ausgebrochen ist. Die Lava hier ist noch völlig schwarz und an vielen Stellen sogar noch warm. Überall dringt Rauch aus den Ritzen und teilweise ist der Boden und der Dampf so heiß, dass man sich die Finger daran verbrennt. Wenn man dann mal einen Stein aufhebt und sich vorstellt, dass dieser erst 15 Jahre alt ist, kommt man schon ins Grübeln. Ach ja, und überall stinkt es nach faulen Eiern.