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Australien (2)

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Australien (2)

Great Barrier Reef – kann man sich einen schönere Ort vorstellen, um Tauchen zu lernen? Ein Tauchkurs kombiniert mit einem Segeltörn – Australien von seiner schönsten Seite!

Tauchen am Great Barrier Reef

Lässig auf dem SegelbootIn „Airlie Beach“, habe ich mir den von Anfang an geplanten Tauchkurs geleistet. Den Tauchern unter Euch sei gesagt, dass ich einen „Padi Open Water Course“ (Kostenpunkt: 5 Tage inkl. Segeltour ca. 270 EUR) absolviert habe, der 3 Nächte und 3 Tage auf einem Segelboot draußen auf dem „Great Barrier Reef“beinhaltete. Nach 2 Tagen Theorie und Übungen im Swimmingpool ging’s dann hinaus.

Wenn das Himalaya-Massiv der Himmel für Bergsteiger ist, so ist das Great Barrier Reef das Paradies für Taucher. Auch wenn ich bedaure, keine Haie gesehen zu haben, ist dieses Erlebnis für mich einmalig gewesen. Die Liste wäre sehr lang, könnte ich die ganzen Tiere und Pflanzen benennen, die ich während der bis zu 45 Minuten andauernden Tauchgänge gesehen habe. Man muss es einfach selbst erleben, um zu verstehen, was in so einem Moment in einem vorgeht. Das ist, als wollte man Musik mit Worten beschreiben. Hinzu kommt die tolle Stimmung auf dem Segelschiff. Zwischen den Tauchgängen hängt man lässig auf dem Deck herum, liest ein Buch oder klettert hinauf auf den Ausguck, der erst wirklich schwindelerregend wird, wenn man mal oben war.

TauchgangNachts schliefen wir unter freiem Himmel an Deck. Man glaubt noch zu träumen, wenn um 6 Uhr die Sonne aufgeht und man sich den Schlaf aus den Augen reibt. Der Skipper wusste zu berichten, dass es im Winter schon mal empfindlich kalt werden kann und seine Füße bei 21 Grad Außentemperatur ganz schön gefroren haben. Ein Scherzkeks.

Nach der Rückkehr an Land fängt der Gleichgewichtssinn an zu spinnen und der Beton unter der Füßen kommt einem wie eine weiche Masse vor. Keine Frage, ein bleibendes Erlebnis, bei dem man Blut leckt.

Und dann war da noch die Kangaroo-Familie. Um die Tiere so nah wie möglich vor die Kamera zu bekommen, tat ich etwas, was ich zuvor noch nie bei freilebenden Tieren gemacht hatte. Ich gab der Kangaroo-Mami ein Stück von meinem Croissant. Sehr vorsichtig knabberte sie es mir aus der Hand, was meine Finger zu schätzen wussten. 3 Minuten später viel mir ihre seltsame Körperhaltung auf,  kurz darauf musste sie sich übergeben. Oh je. Eukalyptus Blätter und französische Teigwaren vertragen sich wohl nicht miteinander. Damit ich nicht noch weiteren Tier-Mamis in der Welt Schaden zufüge, versprach ich die „Bitte nicht füttern!“-Schilder in Zukunft wieder ernst zu nehmen. Ehrenwort!

Kurzinfo Australien

(meine Tour)
Reisezeit März
Temperaturskala Nacht 20 bis 10 Grad,
Tag 15-30 Grad
Reisedauer 1 Woche Tasmanien, 3 Wochen für die Ostküste (sind zu wenig!)
Verlauf Tasmanien + Melbourne bis Cairns
Empfehlung Great Barrier Reef, Tasmanien
Preisniveau moderat
Hostel = ca.8 -14 EUR
Internet = 0,50 – 1 EUR (so billig wie nirgends!)
Mietwagen = ab 13 EUR pro Tag (Langzeitmiete)
Reiselandwertung

Reiselinks
Great Barrier Reef
60 Great Short Walks of Tasmania

Neuseeland – Land der langen weißen Wolke

Lake Wanaka

Neuseeland – Land der langen weißen Wolke

Das Land der Keas und Kiwis. Urwaldlandschaften, alpine Bergregionen, Vulkane, kilometerlange Strände und einsame Inseln, auf denen man zum Robinson Cruso wird. Das ist das Neuseeland, wie ich es kennengelernt habe.

Ein Flug mit der Zeitmaschine

Ich kann immer noch nicht verstehen, wie mir auf dem Flug von Hawaii nach Neuseeland der gesamte Sonntag abhanden gekommen ist, aber so war es! Auch die Einsicht, dass zwischen den beiden Inseln die Datumsgrenze verläuft, änderte nichts daran, dass ich ziemlich baff war. Reisen, auf denen man die Datumsgrenze passiert, sind schon kurios. Auch wenn meine Zimmerreservierung in Auckland aus oben genannten Gründen mittlerweile verstrichen gewesen ist, bekam ich ein Bett in einem sehr zentral gelegenen Hostel.

Auckland

Auckland Klasse Stadt, kann ich nur sagen. Die meisten interessanten Punkte erreicht man bequem mit dem gut ausgebauten Bussystem. Unter anderem kann ich den Besuch im „Kelly Tarltons Underwater World & Antarctic Encounter“ empfehlen. Hier wandelt man in einem 110 Meter langen Unterwassertunnel aus Plexiglas, der bereits 1985 fertiggestellt wurde, quasi dem Prototyp für derartige Konstruktionen in der ganzen Welt. Riesige Mantarochen gleiten direkt über einen hinweg und die Haie mustern einen mit ihren kalten Knopfaugen von allen Seiten. Außerdem befindet sich hier 6 Meter unter der Erde eine Kolonie Kaiserpinguine, der man so nah kommt, wie wohl nur selten.

Es gibt unzählige Cafés und Pubs, in denen stets ein paar Engländer anzutreffen sind. Man trifft sie überall in der Stadt. Viele Arbeiten hier für ein paar Monate (working visa) oder sind ebenfalls mit dem Rucksack unterwegs, Die Neuseeländer sind einfach unglaublich freundlich. Der Busfahrer, der jeden einzeln begrüßt mit:„Hello, how are you today?“ oder die Verkäufer, die ehrlich von einem wissen will, was man so den Tag getrieben hat, solche Menschen gibt es hier. Wie gesagt, klasse Stadt. Die meisten Neuseeland-Urlauber fahren von hier aus Richtung Süden. Ich wollte mich davon überzeugen, dass auch der Norden schön ist und versuchte per Anhalter mein Glück.

Bay of Islands – Ein Traum für Segler und Paddeler

Bay-of-IslandsIn der Bay of Islands war ich 5 Tage mit einem Seekajak unterwegs (Kostenpunkt: ca. 20 EUR pro Tag). Captain Cook persönlich hat diese Gegend so getauft. Er war 1769 der erste Europäer, der hier Neuseeland betreten hat. In seiner Fahrrille also paddelte ich von Bucht zu Bucht und konnte sehen, dass diese Strände mindestens genauso schön sind, wie die auf Hawaii. Manchmal war ich nass wie ein Schwamm, als ich mich aus dem Kajak pellte und die ersten Schritte auf einer Insel machte. Robinson Cruso feeling pur!

Ich habe zum ersten mal in meinem Leben gefischt, mit Erfolg! Einfach die Schnur samt Hacken über Bord werfen, gerade dort, wo Möwen dicht über dem Wasser fliegen  – und schon zappelt nach ein paar Minuten ein Fisch am Hacken. Außerdem standen Krebse und leckere Muscheln auf der Speisekarte, die ich gesammelt hatte. Ist es nicht viel unnatürlicher 500 Gramm Gehacktes, das abgepackt in Zellophan und Styropor in einer Kühltruhe liegt zu essen, als Krebse am Strand zu jagen? Eigentlich schon. Nach ein paar Tagen hier draußen kommt einem das jedenfalls so vor.

Bay of Islands, StrandlagerDiese Tage waren die völlige Entspannung für mich. Auch wenn meine Oberarme da vielleicht anderer Meinung gewesen sein mögen. Nach soviel Meeresluft jedoch war ein Sauerstoffwechsel notwendig und wie könnte es anders sein, es ging wieder einmal in eine Landschaft, die vulkanische Aktivitäten aufzuweisen hat. Aber dazu gleich mehr.

Streckenverlauf – Neuseeland

Hundertwasser und die Maoris

hundertwasserNach meinem Seeabenteuer in der Bay of Islands bin ich per Anhalter von Ort zu Ort getrampt und habe dabei ein paar nette Erlebnisse gehabt. Ein kleiner Eindruck: In einem Nest namens Kawakawa hat mich jemand gegenüber einer öffentlichen Toilette rausgelassen. Allerdings nicht, weil ich mal dringend musste, sondern weil dieses Gebäude von Friedensreich Hundertwasser, dem verstorbenen österreichischen Allroundgenie, geschaffen wurde. Es ist, wie all seine Werke, einzigartig. Also wenn Ihr mal auf Neuseelands Nordinsel unterwegs seid und mal dringend müsst, dann schnell hier hin!

TongariroEin paar Stunden später hat mich ein alter Maori-Herr mitgenommen und wie sich herausgestellt hat betreute er gerade den Bau eines „Wakas“. Ein Waka ist ein Kriegskanu. Es wird aus einem einzigen uralten Kauri Baum geschnitzt. Noch viel beeindruckender als es in einem Museum zu sehen ist es dieses Riesenteil in einer Werkstatt vor Augen zu haben. An dem Ort, an dem es entsteht. 30 Männer können darin sitzen und der Bau wird mit traditionellen Werkzeugen hergestellt, wie sie schon vor 500 Jahren benutzt wurden. Ich bekam eine kleine Werkstattführung und ein paar Maori-Weisheiten des alten Mannes mit auf den weiteren Weg.