Teneriffa – Besteigung Pico del Teide
Teneriffa – Pico del Teide
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Besteigung des Pico del Teide

Tourbericht über die Besteigung des Pico del Teide

Der höchste Berg Spaniens ist gleichzeitig der höchste Vulkan in Europa. Er ist der dritthöchste Inselvulkan der Erde. Ganz oben befindet man sich 2.000 Meter oberhalb der Wolkendecke, die oftmals bis zum Rand der Caldera reicht. Der letzte Ausbruch ereignete sich 1798, was also ein Weile her ist.

Die Basisinfos

Die Besteigung des Pico del Teide begann um 8.45 Uhr am Parkplatz an der TF-21. Der Aufstieg zum Gipfel beträgt 4 Stunden. Inklusive der Pausen und den Rückmarsch eingeschlossen ist man 8 Stunden unterwegs. Wasser und Verpflegung sind in jedem Fall mitzunehmen. Bezüglich der Kleidung ist das Zwiebelprinzip auch bei dieser Tour empfehlenswert – also viele dünne Lagen statt einer dicken Jacke. An einigen Abschnitten der Strecke, insbesondere am Gipfel, pfeift ein starker Wind. Ganz oben kann es zudem empfindlich kalt werden. Im April lag die Temperatur am Gipfel bei ca. 2 bis 4 Grad.

Genehmigung für die Besteigung des Pico del Teide

Um das letzte Stück zum Gipfel absolvieren zu können, es sind gut 170 Höhenmeter, benötigt man eine Genehmigung (permit) von der Parkverwaltung. Unweit der Bergstation der Seilbahn prüft ein Ranger das Berechtigungsschreiben, das einem die Teide-Parkverwaltung auf Anfrage ausgestellt hat. Alle Infos finden sich hierzu unter: BEWILLIGUNG FÜR DIE GIPFELBESTEIGUNG DES TEIDES.

Die Permits gelten nur bei ausreichend guter Wetterlage. Mir wurde ca. 10 Tage vor der Tour dann eine Nummer sowie ein Zeitfenster für die Besteigung zugeteilt. Das Zeitfenster lag bei 13.00 – 15.00 Uhr. Ich war gegen 12.20 beim Ranger und bin dennoch durchgewunken worden. Man nimmt es also nicht ganz so streng mit den Kontrollen. Dennoch sei gesagt: von einer Besteigung des Teide OHNE Genehmigung würde ich abraten.

In erster Linie geht es der Parkverwaltung darum, die Anzahl derer, die auf den fragilen Gipfel dürfen, zu begrenzen. Wenn man sieht, wie viele Bustouristen per Seilbahn in eine Höhe von 3.555 Metern hochgegondelt werden, ist es absolut richtig, dass man nicht jeden „Flip-Flop-Träger“ auf den Gipfel lässt. Die Begrenzung ist sowohl Umweltschutz, als auch Selbstschutz für Menschen, die bei einem Ausflug ihre Kräfte während des kurzen, aber aufgrund der dünneren Luft, knackigen Anstiegs auf den Gipfel falsch einschätzen. Schwefelgase, die am Kraterrand austreten, stellen ebenfalls eine Gefahr dar.

Der Pico del Teide ist ein Vulkan

Man bedenke, dass man auf einem Vulkan unterwegs ist. Das heißt, nicht nur die Bodenbeschaffenheit weist Besonderheiten auf, sondern auch die Luft. Von sandigem Untergrund bis zu extrem scharfkantigen groben Lavablöcken kann alles dabei sein. Die Luft wiederum kann übel riechende und teils gefährliche Gase enthalten, die man nicht allzu lange einatmen sollte.

Das Terrain ist anspruchsvoll. Der Einsatz der Hände ist allerdings auf der gesamten Strecke nicht erforderlich. Wanderstöcke leisten sowohl beim Aufstieg, aber vor allem beim Abstieg wertvolle Dienste. Die Kniegelenke und die Oberschenkel werden es einem danken, denn das Gewicht, das mit jedem Tritt über die Stöcke in Arme und Oberkörper abgefedert wird, ist beträchtlich. Ich kann jedenfalls nur empfehlen Stöcke mitzunehmen. Ich hatte sie beim Flug außen an einem kleinen Reisetrolley angebracht, was kein Problem seitens der Beförderung darstellte.

Traumhafte Bergkulisse

Ansonsten darf ich nur jeden dazu ermutigen, von Beginn der Tour Sonnencreme reichlich zu nutzen und auch die Sonnenbrille mitzunehmen. Die Sonneneinstrahlung ist am Vulkan sehr stark. Ich habe es, warum auch immer, versäumt, mich während der Wanderung an Kopf und Hände einzureiben. Die Folge war ein Sonnenbrand. Nichts Schlimmes, aber auch nichts, was nicht zu vermeiden gewesen wäre.

Ich wünsche jedem, der diesen kleinen Bericht im Netz entdeckt hat und beabsichtigt, auf den Pico del Teide zu steigen, viel Spaß auf der Tour! Ich werde sicherlich irgendwann einmal zurückkehren, denn die Landschaft ist einfach grandios.

Karte: Wanderweg Pico del Teide

Distanz: Parkplatz TF-21 bis Refugio Altavista = 7 km
Distanz: Refugio Altavista bis Gipfel Pico del Teide = 2 km

Basisdaten zur Besteigung des Pico del Teide

Reisezeit 18. April
Klima 17 Grad (Basis) bis 4 Grad (Gipfel) / sonnig
Dauer 8 Stunden
Höhenmeter Aufstieg sowie Abstieg jeweils 1.400 m
Verlauf Hin-und Rückweg
Höhe des Pico del Teide 3.718 m
Schwierigkeit anspruchsvoll, nur für Geübte
Wertung

Fotos der Besteigung des Pico del Teide

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89 Kommentare zu “Besteigung des Pico del Teide”

  1. Hallo,

    ich würde gerne eine geführte Wanderung auf den Teide mitmachen.
    Also ohne Seilbahn zum Gipfel.
    Kann mir jemand einen Führer empfehlen?

    Danke und Gruß
    Holger

    Antworten
    • Hallo Holger,

      wenn Du die Reisekosten übernimmst, führe ich Dich gerne hinauf 🙂 Aber im Ernst. Ich persönlich kann Dir leider keinen Bergführer empfehlen. Um nicht auf gut Glück von Deutschland aus einen Bergführer zu buchen, könnte man sich auch erst vor Ort einen Guide suchen. Das hätte den Vorteil, dass man sich erst einmal persönlich kennenlernen kann. Bedenke in beiden Fällen, dass der Erwerb des Permits dann über den Bergführer läuft. Sprich: wenn Du Dir kein Permit im voraus in Eigenregie besorgst, bist Du abhängig vom Bergführer. Solltest Du dich spontan dazu umentscheiden wollen, auf eigene Faust auf den Gipfel zu steigen, wirst Du aller Voraussicht kein Permit so kurzfristig bekommen! Noch der Tipp: verlässliche Touranbieter sind zudem auf Facebook & Co. zu finden, wo Teilnehmer der Touren ihre Erfahrungen hinterlassen können. Stichwort Transparenz.

      Viele Grüße

      Antworten
  2. Das mit den Permits ist schon extrem (ärgerlich). Jeder kann mit wenigen Klicks ganze Tage ausbuchen. Storniert wird auch nichts, weil es ja nichts kostet. In den guten alten offline Tagen waren die Permits nur im Büro erhältlich und 3-4 Tage Vorlauf genügten. Jetzt ist alles auf Monate gebucht und die Mehrzahl sind unsichere Buchungen die nicht wahrgenommen werden…

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  3. Hallo, wir haben vor Jahren schon einmal den Gipfel des Teide „bestiegen“(n.Nutzung der Seilbahn).Ein absolutes Erlebnis für Vulkanfexe!!!-Aber, Höhe,damit verbundene dünne Luft, Sonne, Wind sind nicht zu vernachlässigen, man sollte gesund sein, auch für die paar Höhenmeter-und keine Flipflops !So was hat im Hochgebirge nichts verloren,und vielleicht läßt man so was auch gar nicht erst hoch.
    Das Problem mit der Genehmigung….wir haben diese uns damals noch in S.Cruz im Büro geholt,leider zwei Tage in Folge,die Genehmigung galt nur für einen Tag,…und da fuhr die Bahn wg. Windes nicht.Nun sollte man doch,wenn man schon so irre ist,und mehrfach reserviert,auch in der Lage sein, und nicht benötigte Genehmigungen auch stornieren, ist doch kein Ding,oder!?

    Antworten
  4. Hallo Achim,

    Du scheinst mir vernünftige Ratschläge zu geben und Erfahrung zu haben, daher hab ich auch eine Frage an Dich. Meine Wandererfahrungen begrenzen sich auf Höhen von 2000 m und Aufstiegen von 1000 Höhenmeten. Ich mache regelmäßig Sport und halte mich daher für recht fit. Ich musste sportlich jetzt ca. 4 Wochen zurückstecken (keine Ausdauerbelastung) und möchte mich nicht „überfordern“. Daher hatte ich mir überlegt zur Bergstation zu fahren mit der Seilbahn und dann dort zu wandern und in der Altavista zu übernachten. Je nachdem wie ich mit der Höhenluft klarkomme, kann ich den Sonnenaufgang da genießen oder am nächsten Tag früh zum Gipfel gehen so weit es geht. Ich vermute, dass man auch da unterwegs ggf. pausieren und den Sonnenaufgang genießen kann. Habe gelesen, dass der Körper das ausgleicht und wenn man Symptome von der Höhenkrankheit bekommt auf der Höhe bleiben soll und erst wenn die Symptome abklingen absteigen soll. Alternativ habe ich die Führungen in der Abenddämmerung gefunden, die aktuell aber nicht mit Seilbahn angeboten werden, sondern weiter unten. Ich finde aber auch 3.200 m oder 3.555 m sind nicht zu unterschätzen?
    Hast Du mir Tipps? Bin hin- und hergerissen zwischen all dem Schwärmen vom Gipfel und Vernunft, da ich in der Höhe null Erfahrungen habe.

    Liebe Grüße
    Daniela

    Antworten
    • Hallo Daniela,
      was Fitness und Kondition betrifft, kann ich Dir leider keine Tipps geben. Da musst auf Deinen Körper hören und vertrauen. Auf die Höhe und den damit veränderten konditionellen Bedingungen sollte man sich allerdings unbedingt einstellen.
      Eine Übernachtung im Refugio Altavista ist in jedem Fall eine gute Alternative zu der von mir beschriebenen Ein-Tages-Hoch-Runter-Tour. Ist schon ein schöner Kraftakt, wenn man ehrlich und nur leidlich durchtrainiert ist wie ich. Vielleicht machst Du es ja wie Imke, die im Refugio übernachtet hat, um dann am nächsten Tag auf dem Gipfel den Sonnenaufgang zu erleben.
      Beste Grüße

      Antworten
  5. Hallo Achim,

    Danke, den Beitrag hatte ich irgendwie überlesen. Habe mich jetzt erstmal für einen Ausflug tagsüber entschieden inkl. Fährt mit der Seilbahn. Vielleicht bleibe ich dann bei der Talstation bis zum Sonnenuntergang. Oben kann man sich glaub nicht spontan für die Übernachtung auf der Altavista entscheiden. Muss dann halt evtl. nochmal herkommen und dann das „volle“ Programm machen. Bin da eher vorsichtig.

    Viele Grüße
    Daniela

    Antworten
  6. Hallo,
    ich würde gerne gerne im August den Pico del Teide besteigen. Habe wenig Wandererfahrung, ich bin letztes auf den Preikestolen, das war kein Problem, aber ja auch eine ganz andere Nummer denke ich. Mit welchen Temperaturen können wir rechnen? Ich bin normal sportlich, willensstark, aber kann nur etwa 5km joggen. Ist das vieleicht doch keine gute Idee? Möchte keine Übernachtung machen.

    Antworten
    • Hallo Christin,

      die Wanderung zum Preikestolen ist – das kann ich aus eigener Erfarung berichten – ein Spaziergang und mit der Besteigung des Teide nicht wirklich zu vergleichen. Du schreibst, dass 5 km Joggen kein Problem sind. Und wie sieht es mit 15–20 km aus? Traust Du dir eine solche Belastung grundsätzlich zu? Falls nicht, würde ich von der hier beschrieben Tour abraten. Wer genügend Kondition mitbringt und halbwegs fit ist, für den sollte die Besteigung drin sein. Die dünne Luft im Bereich des Gipfels ist wirklich nicht zu unterschätzen.
      Im August dürften die Temperaturen zudem extrem sein. Je nach Tageszeit würde ich mich innerhalb der Teide Caldera auf 20 bis 30 Grad einstellen und am Gipfel auf Temperaturen im Bereich 15 bis 5 Grad. Übertragen auf die Kleidung heißt das: kurze Hose und T-Shirt beim Start und lange Hose sowie Fleece-Jacke + Wind-Jacke am Gipfel.

      Viele Grüße

      Antworten
  7. Hallo, sehr schöner Bericht und vor allem viele nützliche Tips!
    Leider ist für unseren Urlaub Mitte September keine Genehmigung mehr frei, so dass jetzt ein Plan B her muss.
    Sehe ich das richtig, dass man vor 9 Uhr und nach 17 Uhr keine Genehmigung braucht, aber trotzdem den Gipfel auf eigene Faust erklimmen kann? Gerade letztere Variante war aus den Beiträgen nicht ersichtlich (oder hab ichs übersehen…?). Gesperrt ist es hoffentlich nicht zu den genannten Zeiten?
    Daher würden wir zum Sonnenuntergang zum Gipfel, im Altavista übernachten und zum Sonnenaufgang erneut hoch. Oder spricht etwas dagegen (zB der Abstieg nach Sonnenuntergang zur Hütte)?

    Antworten
    • Hallo Özi,

      richtig, dass man vor 9:00 Uhr keine Genehmigung braucht, hatte Imke geschrieben. Ob man an der Stelle, wo sonst der Ranger sitzt, mittlerweile ein Tor oder ein Zaun übersteigen muss, dazu kann ich nichts sagen. Zum Zeitpunkt der hier von mir beschriebenen Besteigung gab es jedenfalls kein solches Hindernis oder Absperrung auf dem Weg.

      Was den Abstieg nach Sonnenuntergang zum Refugio Altavista betrifft: Der Abstieg (450m) dauert etwa 45 Minuten. Das sollte man berücksichtigen. In der Dämmerung oder gar im Dunkeln abzusteigen sollte man nur mit entsprechender Erfahrung machen.

      Vielleicht hast Du ja Lust, sobald Du von Deiner Tour zurück gekommen bist, Deine Eindrücke vor Ort hier noch einmal zu teilen. Darüber würde ich mich sehr freuen.

      Eine schöne Tour und eine sichere Rückkehr wünsche ich!

      Antworten
  8. Hallo Achim,
    auch ich hätte noch eine kleine Frage an dich. Im März diesen Jahres bestiegen wir den Acatenango in Guatemala. Das Trekking war schon hart, aber der Blick atemberaubend. Nun soll es der Teide werden. Auf wie viele Kilometer erstreckt sich die Wanderstrecke? Bei dem Acatenango haben wir auf einer Strecke von gut 7-8 km knapp 1900 Höhenmeter überwunden. Ist das vergleichbar mit dem Teide?

    Grüße Die Andrea

    Antworten
    • Auf wie viele Kilometer erstreckt sich die Wanderstrecke?

      Hallo Andrea, insgesamt sind es etwa 9 Kilometer. Bis zum Refugio Altavista sind es 7 km und vom Refugio bis zum Gipfel 2 km. Lediglich die letzten 4 Kilometer sind anstrengend und zum Teil steil. Die erste Wegstrecke über die Piste ist hingegen kinderleicht.

      Antworten
  9. Hallo Achim,

    Vielen Dank für Deinen Bericht. Aber auch an all die Leser die sich hier eingebracht haben. Echt hilfreich!
    Wir werden kommende Woche auf Teneriffa sein und auch auf den Teide gehen wollen(wie weit, schau mer mal ;)). Wird unsere erste „Wanderung“ dieser Art sein. Bin echt gespannt.
    Dank Deiner Seite und all den Berichten sind wir auf jeden Fall (besser) gewappnet und wissen was auf uns zu kommt. Das mit der Anmeldung war echt wertvolle Information (die bekommen wir per Anmeldeformular nicht mehr), wir müssen schauen wie sich das dann vor Ort hält.

    Sportliche Grüße aus München,

    Alex und Dina

    Antworten
    • Hallo Alex,
      freut mich. Danke für das Kompliment.
      Wenn Du magst, könntest Du im Anschluss an Eure Tour Eure Erfahrungen hier mit den Lesern teilen.
      Wünsche Euch dann eine gute Zeit auf dem Teide!

      Antworten

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