West-Kanada im Indian Summer
Ein Reisebericht von Achim Schaffrinna
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Kanutour auf dem Bowron Lake

Der Bowron Lake Provincial Park ist das Ziel für unsere einwöchige Kanu-Tour. Die Beliebtheit dieser Seenkette in Deutschland lässt sich daran messen, daß mehrere Hundert Deutsche jährlich die Seen bevölkern. Reichlich Information (Kosten, Karten, etc.) bekommt man direkt auf der Homepage vom Park (siehe Hilfreiche Links). Auch "Crazywolf" der Macher der Seiten ist sehr hilfreich, und beantwortet jede Frage per Email.

Auch wenn wir das unverschähmte Glück hatten in der 2. und 3. September Woche 27°C und reichlich Sonne (nur ein Regentag) zu haben, sind gute Kleidung und Ausrüstung unerlässlich für diese Tour. Nach ein wenig Eingewöhnung kann man eine tolle, meist unberührte Natur bestaunen, und Eisvögel, Spechte, Fischadler, Seeadler, Biber, Elche und Bären bewundern.

Der Bären-Verhaltenscodex

Was die Bären betrifft gibt es im Anmelde/Info Center vorsorglich Verhaltensanweisungen, wie man sich ihnen gegenüber verhalten soll und was man tun kann, um ihnen aus dem Weg zugehen. Wir haben weder einen Schwarzbären noch einen Grizzlie gesehen. Und das ist auch gut so. Geschichten über Bärenattacken gibt es zu hauf. Man braucht nur ein paar Leute treffen, die hier leben und schon bekommt man ein paar Eindrücke, was alles passieren kann. Erst wenige Monate vor unserer Ankunft wurde eine Frau von einem Grizzly attackiert und getötet. Es ist also ratsam den Ausführungen im Info-Center aufmerksam zu folgen. Eine ganz wichtige Verhaltensregel ist z.B. das Verstauen der Nahrungsmittel in den speziell dafür vorgesehenen Vorichtungen. Entweder man packt diese auf eine 3m hohe quer ausgerichtete "Leiter" oder in die "Bärensafes" aus Stahl. In jedem Fall gehören jegliche Lebensmittel nicht in das Zelt! Auch wer abends einen Fisch kocht oder brät sollte sicherheitshalber die Klamotten in den Safe stecken. Bären haben feine Nasen.


Wie gesagt, ich bin nicht traurig, dass wir keine Bären gesichtet haben. Dafür haben wir mehrere Moose gesehen, von denen man in der Regel so wenig Angst haben muss wie vor einem Biber. (Ausnahme männliche Moose in Brunftzeit).

Die gesammte Seenkette (116km) kann, wenn man sich beeilt, in 3-4 Tagen umrundet werden. Wir hatten es nicht eilig und waren 7 Tage unterwegs. Vorausbuchung der Tour ist jedem zu empfehlen, eventuell auch die Boote (geht los bei 149$ Miete für 10 Tage). Wenn man nicht ständig Regen hat würde ich sagen ein Muss für jeden Kanada Urlaub.


Weiter ging es auf getrennten Wegen

Stephan, mein Reisepartner fuhr Richtung Jasper in die Rockies, um dort einen "Skyline Trail" zu erwandern. Ähnlich zu den Hüttenwanderungen in den Alpen kann man hier tagelang von Berg zu Berg wandern. Zelt, Schlafsack und Verpflegung sind allerdings mitzunehmen.

Mein Weg führte mich nach Kamloops. Viele sagen, auch Kanadier, "was willst du in Kamloops, da ist nichts". Ich konnte mich dem überhaupt nicht anschliessen. Es ist ein kleines Städtchen mit vielen bunten Café´s und netten Läden.

Grasslands Provincial Park

Die Jugendherberge hier ist sehr zu empfehlen. Erbaut 1909 diente " The Old Courthouse", wie der Name schon sagt als Gerichtshof. Die Leute, die in diesem Hostel arbeiten sind sehr nett und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Von Ihnen erfährt man auch etwas über die Geschichte des Hauses z.B. dass die Stelle an der nun die Waschmaschinen stehen ehemals eine Zelle für die Angeklagten war. Unbedingt zu empfehlen ist ein Ausflug in den nur 20 km entfernten "Grasslands Provincial Park". Erst 1996 eingerichtet sind zwar erst wenige Wanderwege ausgeschildert, viele werden es wahrscheinlich sowieso nicht werden, aber man kann und sollte immer mal den Wagen oder das Fahrrad stehen lassen, um einfach durchs Gras zu wandern. Von hier oben hat man auch eine hervorragende Aussicht über die Stadt.

Über Revelstoke und Golden, die zwischen Kamloops und den Rockies liegen kann ich nicht viel erzählen, was aber nicht unbedingt mit den Orten zusammenhängt. Zu der Zeit war einfach ein schreckliches Wetter. Abraten würde ich allerdings von den sogenannten Backpackers Hostels, in denen ich hier übernachtet habe. Man kommt dort in eine feste, mehr oder weniger eingelebte Wohngemeinschaft hinein und kann sich nicht mit gleichgesinnten "Travellern" austauschen. Wer eine solche Atmosphäre mag - OK - ich habe mich allerdings relativ unwohl gefühlt. Für eine Nacht geht´s.

Da ich Probleme hatte von Golden als Anhalter mitgenommen zu werden, entschloss ich mich ein Busticket nach Calgary zu kaufen, eine eher spontane Entscheidung also. Im Nachhinein war dies eine meiner besten Entschlüsse.


weiter nach Calgary












Kanada Reisebericht / Bowron Lake Kanutour
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2006 © Achim Schaffrinna