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Lakagigar

Lakagigar

Die F 206, wie die Piste zu den Laki-Kratern (Lakagigar) heißt, erfordert ein Fahrzeug mit 4-Rad-Antreib. Und vor allem ist ein Wagen mit einer ordentlichen Bodenfreiheit gefragt, denn auf der Strecke sind mehrere, zum Teil bis zu 50 Zentimeter tiefe Furten zu durchqueren. Mit einem „normalen“ Geländefahrzeug kommt man nicht besonders weit. Auf der Karte ist die Furt eingezeichnet, die ich mangels zu geringer Bodenfreiheit meines Mietwagens, einem Tuscon der Marke Hyundai, nicht passieren konnte beziehungsweise nicht wollte.

Wer vermeiden will, in einem der Flüsse beim Furten stecken zu bleiben, sollte sich im Vorfeld nach Spezialfahrzeugen erkundigen, die das Furten auch in tiefen Gewässern gestatten. Auch wenn der Besuch der Laki-Krater fest auf meinem Besuchsprogramm stand, war in meinem Fall nach Durchschreiten des Flusses zu Fuß klar, nicht nur, dass das Wasser …schkalt war, sondern auch, dass ich dieses Ziel nicht erreichen werde. Insofern gibt die folgende Bilderstrecke einen Eindruck davon, was einen im September auf dieser Strecke erwartet und worauf man sich einstellen kann, will man die Laki-Krater erreichen.

Vulkanismus in Island

Vulkanismus Island

Wer vom Vulkanismus fasziniert ist, wird Island lieben. Ich habe den Yellowstone National Park in den USA besucht, von dem es heißt, dass sich hier die wohl größte Eruption der Erdgeschichte vollzog, ich bin auf den Stromboli, den Etna und den Pico del Teide gestiegen, habe auf Bali am Gunung Batur einen Ausbruch aus nächster Nähe miterlebt und ich durfte im Volcanoes National Park auf Hawaii miterleben, wie sich Lava direkt ins Meer ergießt. Island ist aus geologische Sicht sicherlich eines der interessantesten Ziele, die man sich vorstellen kann.

Plattentektonik

Island ist gerade einmal 20 Millionen Jahre alt – ein Küken, erdgeschichtlich gesehen. Schlamm- und Erdschichten erwecken zum Teil den Eindruck, als bestünde diese Insel im Atlantik aus einer Art Ur-Teig, der noch nicht ganz durchgebacken ist. Tatsächlich ist Island ständiger Hitze und Bewegung ausgesetzt, für die die Plattentektonik verantwortlich ist. Die Nordamerikanische und die Eurasische Platte driften an dieser Stelle auseinander und ziehen Island Millimeter um Millimeter in die Breite. Besonders eindrücklich ist dies an der Verwerfungskante im Þhingvellir Nationalpark zu beobachten. Beim Driften der Platten entstehen nicht nur Erdbeben, sondern die Bewegung ermöglicht auch dem in Tiefen von 2–8 Kilometer lagernden Magma sich einen Weg an die Oberfläche zu bahnen. Für Isländer sind Vulkanausbrüche nichts besonderes. Seit mehr als 1.000 Jahren haben sie gelernt, mit den Kräften der Natur zu leben. Regelmäßig werden Straßen von Schlammlawinen weggespült, die das Ergebnis subglazialer Vulkanausbrüche sind, etwa wie beim Vatnajökull, der größten Eismasse Europas.

Ausbrüche wie zuletzt der des Eyjafjallajökulls im Jahr 2010 sorgen zwar zum Teil für erhebliche Störungen im europäischen Flugverkehr, fordern allerdings, anders als vergleichbare Vulkanausbrüche in Ländern wie Indonesien, kaum Menschenleben. Nicht, weil die Ausbrüche weniger heftig sind, sondern weil die Bevölkerungsdichte eine ganz andere ist. Gerade einmal 3,1 Einwohner leben auf einem Quadratkilometer Land. Der Natur steht reichlich Raum zur Verfügung, um sich auszubreiten und der Mensch passt sich ihr an. Was sind schon ein paar weggespülte Straßen und Brücken im Vergleich zu den Vorteilen, die der Vulkanismus mit sich bringt. Islands Stromerzeugung ist vollständig regenerativ, dank Wasserkraft und Geothermie.