Tongariro Crossing
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Schwierigkeitsgrad
Dauer
Anstieg
Art
Anmerkung
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moderat - mittelschwer
7-8 Std.
ca.700Hm
Durchquerung des Tongariro National Parks an einem Tag.
Körperliche Fitness ist Voraussetzung für diese Wanderung. Eine Regenjacke darf im Rucksack nicht fehlen
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Neuseelands beliebteste Tageswanderung ist mit Sicherheit eine der schönsten Wanderungen, die man unternehmen kann. Man muss sich nur darüber im klaren sein, dass man während der 7-8 Stunden nicht ganz alleine unterwegs ist.
In der Mitte der Tour, am Red Crater habe ich eine 15-minütige Pause gemacht und dabei ca.30 Wanderer gezählt. Wenn man dass über den ganzen Tag hochrechnet kommt man leicht auf eine Zahl zwischen 200-300. Und dabei war es nicht einmal ein sonniger Tag im Hochsommer, sondern es war ein bewölkter Tag in der Nachsaison (17.03). Die meisten hostels bieten shuttles zum Startpunkt der Wanderung an. Zwischen 7.45 - 8.45 Uhr ist Hochbetrieb am Trailhead. Danach beginnt die Karawane. Klingt alles etwas negativ, oder? Ich will nur klar machen, dass die Wanderung abgesehen vom Schweiß, den man läßt, einen Preis hat und zwar den, sie mit einer nicht geringen Anzahl von Gleichgesinnten, Möchtegernwanderern und Leuten zu teilen, die in dem Park gänzlich fehl am Platze sind. Ich halte mich wahrlich nicht für einen begnadeten und alleserfahrenen Outdoor-Experten aber was man hier zu sehen bekommt ist manchmal geradezu absurd. Ich habe einige gesehen, die Flip-Flops trugen und ein Mädel hatte halbhohe Schuhe an und eine modische 3/4 lange Caprihose. Passend dazu ein rosa T-Shirt. Zugegeben - am morgen war es nur leicht bevölkt und 17 Grad warm.
Schon um 11 Uhr hat es jedoch geregnet und die Temperatur betrug ca. 8 Grad. Was soll ich sagen - ich war froh, dass ich nicht in dem rosa T-Shirt steckte. Es ist aber nicht nur die Kleidung. Einige Menschen legen auch ein sehr seltsames Verhalten an den Tag. Ein allzu enthusiastischer Fotograf - es war nebelig und die Sicht betrug ca. 20m-30m - war kurz davor mich einen kleinen Abhang hinunter zu stubsen, weil er exakt von meinem Standpunkt aus sein Foto schiessen wollte. Anstatt zu fragen, ob ich kurz zur Seite treten würde fluchte er, wie ein Rohrspatz auf holländisch und stubste mich erneut an, die Kamera dabei immer im Anschlag. Typen gibts! Na ja... richtig sauer wurde ich allerdings erst, als ich sah, wie jemand etwas in den "Red Crater" hinunter warf. Ich ging sofort rüber und sah die Bananenschale am Kraterrand. Mal ehrlich, in einem Wald in Deutschland hätte ich wahrscheinlich die Nase gerümpft aber nichts gesagt. Allerdings an einem Ort, der von der UNESCO als "World Heritage Area" deklariert ist und der den ältesten Nationalpark in Neuseeland umfaßt fühlte ich mich doch an meiner Ehre gepackt.
Der Bananenschalenwerfer mußte sich dann meine erste in englisch verfasste Standpauke darüber anhören, dass ein Vulkan kein Komposthaufen ist und dass er Müll in seinem eigenen Vorgarten entsorgen könne aber nicht in diesem, unter Schutz stehendem Park. Ich war mächtig sauer (in englisch - I was totally pissed off). Ich nannte ihn einen "stupid ignorant idiot". Er nickt und sagte er verstünde, warum ich so sauer wäre. In jeder Broschüre und auf jedem Schild steht: "Take everything with you what you bring into the park". Der Mangel an Respekt der Natur gegen über, gepaart mit Dummheit hat mich so aufgeregt. Anyway... jedenfalls wollte ich mit dem Vorwort nur zum Ausdruck bringen, dass hier und da "komische" Leute mit einem gemeinsam unterwegs sind. Aber sollte das Alles einen darin hindern das Tongariro Crossing zu machen? Defintiv NEIN!
Der Park ist phantastisch. Der immernoch aktive "Mt.Ngauruhoe" donnert hörbar Wasserfontänen von sich. Der Anblick der grün schimmernden "Emerald Lakes" in mitten Wüsten ähnlicher Landschaft sind die 4 Stunden kraxeln wert. Der Blick in den surealen "Red Crater" ist einzigartig und die Tatsache, dass man in 8 Stunden 3 - 4 völlig unterschiedliche Vegetationsstufen durchquert, ist ebenso bemerkenswert. Vom Trailhead an geht man die ersten 90 min durch Graslandschaft, in der die Heide blüht und das Tussok Gras ein Meter hoch wird. Man läuft entlang eines kleinen Baches ("Soda Springs") durch sanft ansteigendes Gelände. Hin und wieder wird es etwas steiler und auch die Hände kommen schon einmal zum Einsatz. In den letzten Jahren wurde sehr am Wanderweg gearbeitet. Man läuft viel auf Holzstegen, die auf Betonpfeiler liegen oder über Holztreppen. Als ich vor 5 Jahren hier war, war die Wanderung ursprünglicher. Beton und Holz wirkt in der kargen vulkanischen Gegend fehl am Platz. Ich denke man versucht dadurch das Ausweiten des Weges in die Breite zu vermeiden. Na ja, wenns hilft. Die künstlichen "Gehhilfen" enden an der Stelle, wo es am steilsten nach oben geht. Der Pfad führt vorbei an groben Felsbrocken, die man teilweise auch überwinden muß ca. 300 Meter hinauf. Nach diesem größten Anstieg während der Tour hat man den "South Crater" erreicht. Von hier gelangt man auf einem Pfad zum Gipfel des Mt.Ngauruhoe. Man braucht gut 1,5 Std. bis nach dort oben. Nach dem Prinzip zwei Schritte vorwärts und einer zurück ist diese Gipfelbesteigung eine echte Herausforderung. Dafür ist man bereits in 30 Minuten wieder unten, da man Ski gleich über die Geröllflächen gleitet. Das Crossing führt jedoch weiter durch den South Crater, der flach ist wie eine Pfanne. Das erste mal denkt man an dieser Stelle :"So muß es auf dem Mond aussehen". Nachdem man 10 Minuten bei gemächlichem Schritt wieder Luft geholt hat geht es den zweiten Anstieg(206m) hinauf zum Red Crater. Die Belohnung für diese Anstrengung ist ein Blick auf die roten Wände des Kraters.
Wer immernoch Kraft für einen Abstecher hat kann von hieraus den Pfad zum Mt.Tongariro einschlagen (1,5 Std. Hin und zurück). Vorbei an den "Emerald Lakes" führt die Wanderung nach kurzem Abstieg in den "North Crater" wieder hinauf zum "Blue Lake". Der Blick von hieraus zurück zum "Red Crater" ist wirklich spektakulär. Da bleibt keine Kameralinse verhüllt. Von hier aus geht es ausschließlich Berg ab. Gras dominiert nun den gesamten oberen Bereich des Bergrückens. Inmitten dieser Szenerie befindet sicht die "Ketatahi Hut", in der viele übernachten, die mehrere Tage in dem Park unterwegs sind. Eine Reservierung für alle Hütten im Park ist unumgänglich. Diese muß in einem DOC office vorgenommen werden. Weiter unten weicht das Tussock Gras größeren Büschen, einigen Palmenarten und auch der Heide. Ganz zum Ende durchläuft man ca. 45min Regenwald ehe man den Parkplatz und damit das Ende des Crossings erreicht hat. Um 16.00 bzw. um 17.00 Uhr wird es eng hier, denn dann treffen die zahlreichen Busse ein, die die Wanderer wieder zu ihren hostels bringen.
Ich habe dieses Mal das Crossing gemacht und vor 5 Jahren eine 3-Tagestour mit Übernachtungen in der Ketatahi und der Waihohonu Hut. Beide male bin ich gegen 8 Uhr aufgebrochen. Sollte ich noch einmal die Wanderung machen, würde ich vielleicht gegen 12.00-13.00 Uhr aufbrechen, um der größten Masse aus dem Weg zu gehen. Wenn dies jemand ausprobieren sollte, wäre ich über einen Erfahrungsbericht sehr dankbar.
zur Wanderung Mount Arthur
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